Sport : Jubel, Trubel, Heiterkeit

Beckham verstolpert einen Elfmeter, Rehhagel freut sich – die Dramen der letzten Spiele

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Berlin (klapp). Neben Gastgeber Portugal standen vor dem letzen Spieltag der EMQualifikation erst vier weitere Mannschaften (Frankreich, Tschechien, Schweden und Bulgarien) als Teilnehmer der Europameisterschaft 2004 fest. Am letzten Spieltag in den Qualifikationsgruppen gab es am Samstag noch einmal spannende Duelle um die Fahrkarte zum Turnier nach Portugal. Eine Übersicht über die spannendsten Spiele:

Im Blickpunkt stand vor allem die Partie der Türkei gegen England in Istanbul, die 0:0 endete. Das entscheidende Spiel des Ersten gegen den Zweiten der Gruppe 7 fand unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt, für englische Fans bestand ein generelles Stadionverbot. Nach den Ausschreitungen bei zurückliegenden Duellen zwischen türkischen und englischen Teams sollten Fans von der Insel schon von der Reise in die Türkei abgehalten werden. Trotzdem wurden vor der Partie 50 englische Anhänger von der Polizei vorübergehend festgenommen und wieder ausgewiesen. Während der in 52 Länder übertragenen Partie kam es auf den Rängen zu keinen größeren Zwischenfällen.

Vor 55 000 Zuschauern verpasste Englands Kapitän David Beckham die große Chance zur Vorentscheidung, als er nach einem Foul von Fatih an Steven Gerrard zum Elfmeter antrat, ausrutschte und den Ball mehrere Meter über das Tor schoss. In der 79. Minute erkannte Schiedsrichter Pierluigi Collina zudem ein Tor des Mittelfeldstars von Real Madrid wegen Abseitsstellung nicht an. Beckham stand außerdem im Mittelpunkt eines Gerangels zwischen Spielern und Offiziellen in der Halbzeit im Kabinengang. Nach Angaben des Fernsehsenders Sky TV hatte der Türke Alpay Beckham einen Schlag auf die Nase versetzt.

Das von Otto Rehhagel trainierte Griechenland galt als Tabellenerster der Gruppe 6 vor dem letzten Spiel gegen Außenseiter Nordirland schon fast als qualifiziert. Tsartas erzielte aber erst in der 69. Minute den einzigen Treffer des Spiels durch einen Foulelfmeter. Nach ihrem sechsten Sieg in Serie nehmen die Griechen zum ersten Mal seit 1980 wieder an einer EM-Endrunde teil. Spanien nützte das 4:0 in Armenien nichts mehr, der Gruppenfavorit muss in die Relegation.

In der Gruppe 10 verteidigte die Schweiz ihre Tabellenführung durch einen 2:0-Heimsieg gegen Irland. Hakan Yakin und Alexander Frei trafen für die Gastgeber, die damit von Russland, das 3:1 gegen Georgien siegte, nicht mehr überholt werden konnten.

Die Überraschung des Tages gelang Lettland, das in der Gruppe 4 bei den schon qualifizierten Schweden durch einen Treffer von Maris Verpakovskis mit 1:0 gewann und dadurch an der Relegation teilnimmt. WM-Teilnehmer Polen hatte trotz des 2:1 in Ungarn das Nachsehen.

Als weitere Teilnehmer an den Ausscheidungsspielen standen bereits Slowenien und die Niederlande fest. Neben der Türkei, Schottland, Spanien, Russland kam noch Rumänien hinzu, das am Samstag kein Spiel mehr bestreiten musste, aber vom 1:1 zwischen Bosnien-Herzegowina und Dänemark profitierte. Nach der frühen Führung der Dänen durch Martin Jörgensen schaffte Elvir Bolic vor der Pause den Ausgleich für die Bosnier, denen ein weiterer Treffer für die Qualifikation genügt hätte. Es blieb aber beim Remis, durch das die mit den Bundesliga-Spielern Sergej Barbarez und Hasan Salihamidzic angetretenen Bosnier nur Gruppenvierter wurden. Kein Team scheiterte so tragisch.

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