Sport : Jubiläum ohne Jubelperser 100 Schalker Jahre kritisch gewürdigt

Markus Hesselmann

Ein Buchtipp, der kurz vor Ende des Jahres ’04 noch mit muss: „100 Schalker Jahre, 100 Schalker Geschichten.“ Das Buch zur Historie des FC Schalke 04 ist eine Jubiläums-, aber keine Jubelschrift, obwohl zwei der drei Herausgeber zur Pressestelle des Fußball-Bundesligisten gehören. Es passt sich ein in den Trend deutscher Sportvereine und zum Teil auch -verbände, sich endlich auf eine kritische Betrachtung der eigenen Geschichte einzulassen. Eine neue Generation professioneller Funktionäre scheint die Vereinsmeier früherer Jahre nach und nach abzulösen.

Zu jedem Jahr gibt es in dem Jubiläumsband Beiträge profilierter Autoren wie Christoph Biermann (Süddeutsche Zeitung) oder Erik Eggers (Der Tagesspiegel). Im Jahr 1938 etwa wird die Frage bearbeitet, inwieweit Schalke 04, der Serienmeister der NS-Zeit, sich mit den Nazis einließ. Stefan Goch vom Gelsenkirchener Institut für Stadtgeschichte schildert unter anderem, wie das große Schalker Idol Fritz Szepan von den „Arisierungen“ profitierte, als er ein jüdisches Geschäft am Schalker Markt übernahm. So wird dieses Buch über die vielen Fußballanekdoten hinaus zu einem Stück Sozial- und Alltagsgeschichte.

Aber auch für den vereinsverliebten Fan ist viel drin: Zum Beispiel eine umfangreiche Statistik und eine Bildergalerie aller Schalker Spieler von Abel bis Zwickhofer.

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