Judo-EM : Silber für Bönisch

Erfolgreicher Auftakt bei den Judo-Europameisterschaften in Belgrad: Olympiasiegerin Yvonne Bönisch verlor erst im Finale gegen Isabel Fernandez aus Spanien und holte sich so die Silber-Medaille.

Belgrad - "Wenn man im Finale steht, will man natürlich gewinnen. Aber ich denke, ich habe mit der Leistung meine Zugehörigkeit zur internationalen Spitze unter Beweis gestellt", sagte Bönisch. Die Spanierin Fernandez holte mit dem Finalsieg ihren sechsten EM-Titel.

Michaela Baschin (Backnang) belegte im Limit bis 48 Kilo nach einer Niederlage im Kampf um Bronze den fünften Platz. Romy Tarangul (Frankfurt/Oder, bis 52 Kilo) wurde Siebte. Johannes Herzig (Leipzig/ bis 66 Kilo) war bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Der Deutsche Judo-Bund (DJB) ist in Belgrad mit 13 Athleten vertreten.

Bönisch gestaltete den Kampf gegen die unbequeme Spanierin offen und geriet erst nach einer umstrittenen Bestrafung wegen angeblicher Inaktivität in Rückstand. Danach folgte ein zweiter Koka für die spanische Olympiasiegerin von 2000. Diesen Rückstand vermochte die Weltranglisten-Erste trotz allen Bemühens nicht mehr aufzuholen. "Ich bin dennoch auf einem guten Weg im Hinblick auf Olympia 2008", sagte die zweimalige Vize-Weltmeisterin. Ihr Jahreshöhepunkt solle die WM in Rio de Janeiro werden.

Weitere Kämpfer gehen leer aus

Für Michaela Baschin erfüllten sich die Hoffnungen auf eine neuerliche EM-Medaille nach Bronze 2006 in Tampere nicht. Die 22 Jahre alte Studentin unterlag im Kampf um Platz drei der Spanierin Vanesa Arenas und belegte in der Endabrechnung den fünften Rang. "Nach den Schwierigkeiten in der Vorbereitung geht das in Ordnung. Manuela hat sich im Kampf um die Olympia-Tickets eine ordentliche Ausgangsposition verschafft", sagte Verbands-Vizepräsident Lutz Pitsch.

Die beiden übrigen deutschen Starter des ersten EM-Tages hatten ihre Hoffnungen auf Edelmetall bereits zuvor aufgeben müssen. Die Frankfurterin Romy Tarangul erreichte in der Klasse bis 51 Kilo das Finale der Hoffnungsrunde, musste sich dort aber der Türkin Aynur Samat beugen. Das bedeutete am Ende Rang sieben. "Dennoch gibt es keinen Grund zur Enttäuschung. Romy hat sich hier prächtig geschlagen", lobte Pitsch.

Für den jüngsten deutschen EM-Starter Johannes Herzig (Leipzig) war bereits nach dem zweiten Kampf Endstation. Der 20 Jahre alte Schüler unterlag in der Klasse bis 66 Kilo dem Aserbaidschaner Ramil Gasimow.

Qualifikation für Peking

Die Europameisterschaften in der serbischen Hauptstadt sind die erste Qualifikation für Olympia 2008. In insgesamt 13 Turnieren können die Athleten aus Europa Ranglistenpunkte sammeln. Die neun bestplatzierten Männer und die fünf besten Frauen dieser Rangliste haben die Fahrkarten nach Peking sicher. In den vergangenen Jahren sind die Aktiven des Deutschen Judo-Bundes (DJB) stets mit Edelmetall von den Europameisterschaften heimgekehrt. Je drei Medaillen gab es 2004 und 2005, im vergangenen Jahr waren es vier (einmal Gold, drei Mal Bronze). Diesmal soll die Ausbeute noch etwas üppiger ausfallen. "Wir hoffen auf fünf Medaillen", sagte Sportdirektor Manfred Birod. (tso/dpa)

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