Sport : Jung und kühl

Räikkönen und Alonso überraschen die Konkurrenz

Karin Sturm

Es war das am jüngsten besetzte Formel-1-Podium seit langem. Kimi Räikkönen, der Sieger, 23 Jahre alt, Fernando Alonso, der Dritte, gerade mal 21. Zwei, denen die Zukunft gehört.

Räikkönen, der „Iceman“ aus Finnland, taute auch nach dem ersten Sieg seiner Karriere nicht auf. „Natürlich freue ich mich, aber so richtig fühle ich eigentlich noch nichts. Ich glaube, das kommt erst morgen früh“, sagte er, nachdem er vom siebten Startplatz aus zum Sieg gefahren war. „Beim dritten Mal hatte ich endlich auch das nötige Glück.“ Schon zweimal, 2003 in Frankreich und vor zwei Wochen in Australien, hatte Räikkönen kurz vor dem ganz großen Erfolg gestanden. Doch beim ersten Mal kostete ihn ein eigener Fehler, dann der falsch programmierte Speedlimiter im McLaren-Mercedes den Triumph.

Diesmal klappte es. Nach dem Triumph bedankte sich Räikkönen auch bei Mercedes-Sportchef Norbert Haug, doch der wehrte ab. „Ich muss mich bei dir bedanken für ein fantastisches Rennen.“ Dann bekam Räikkönens Freundin Jenny Dahlmans, eine ehemalige Miss Skandinavien, ihr Siegerküsschen. Der Finne durfte bereits anfangen, sich auf den Heimflug in der Nacht mit dem Team zu freuen: „Im Flieger wird schon ganz schön was abgehen“, hatte Haug schließlich angekündigt. Dann allerdings wohl ohne die Klänge, über die sich Räikkönen bei der Siegerehrung so gefreut hatte. „Endlich gab es auf dem Podium mal wieder vernünftige Musik“, sagte er und meinte die finnische Hymne.

Auch Fernando Alonso ist zurückhaltend, wenig überschwänglich, zudem ein penibler Analytiker. Entsprechend gelassen reagierte der Spanier, als er sich am Samstag als jüngster Formel-1-Fahrer aller Zeiten die erste Pole-Position seiner Karriere geholt hatte. „Dass ich der Jüngste bin, bedeutet mir eigentlich nicht so viel“, sagte Alonso. „Ich habe so zeitig mit dem Kartfahren angefangen, war mit 17 in der Formel Nissan, mit 18 in der Formel 3000, mit 19 in der Formel 1 bei Minardi – ich war überall der Jüngste.“ Zunächst hatten ihm viele nicht zugetraut, auch im Rennen vorne mitzumischen. Aber nichts dergleichen. Alonso legte eine tolle Leistung hin. Er führte die ersten 14 Runden ohne Fehler, wurde am Ende, trotz Grippe und 38,5 Grad Fieber, sicherer Dritter. „Die letzten Runden waren hart. Ich habe mich ziemlich schlecht gefühlt, das Fieber, die Hitze, dazu noch Getriebeprobleme“, sagte Alonso.

Das Ziel, der jüngste Sieger eines Formel-1-Rennens aller Zeiten zu werden, würde ihn dann doch reizen. Vom jüngsten Weltmeister der Geschichte ganz abgesehen. Aber in diesem Wettkampf hat auch Räikkönen gute Chancen. Emerson Fittipaldi hält den Rekord. Er war 25, als er 1972 seinen ersten Titel holte.

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