Sport : Jung verliert

Eisbären unterliegen Köln im Pokal-Halbfinale 1:2

Christiane Mitatselis

Köln - Es war der Titel, von dem die Eisbären nur zwei Siege weit entfernt waren. Trotzdem schien es so, als wollten die Berliner nicht mit aller Macht den Deutschen Eishockey-Pokal gewinnen. Denn als sie gestern zum Halbfinalspiel in der Kölnarena aufliefen, staunten 10 585 Zuschauer nicht schlecht. Für die Eisbären lief ein Team auf, dessen Durchschnittsalter bei 19 Jahren lag. Dass das junge Team gegen die routinierten Haie verlor, überraschte nicht. Dass es nur unglücklich knapp verlor, schon: 1:2 (0:2, 1:0, 0:0) unterlagen die Eisbären den Kölnern, die im Finale am 20. Februar auf die Adler Mannheim treffen. Der Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gewann bei Zweitligist Bremerhaven 5:1.

Pierre Pagé hatte vor dem Spiel in Köln gesagt, dass der Pokal „am besten ausschließlich mit deutschen Spielern ausgespielt werden sollte, weil wir damit etwas für das deutsche Eishockey tun würden“. Mit dem jungen Kanadier Kyle Wharton hatte der Berliner Trainer gestern nur einen Ausländer im Team. Die erfahrenen deutschen Angreifer Sven Felski und Stefan Ustorf wurden geschont, die jungen Nationalstürmer Florian Busch und Christoph Gawlik fehlten wegen ihrer Schulterverletzungen. Immerhin waren noch neun Berliner dabei, die Freitag 5:3 gegen die Haie in der DEL gewonnen hatten. André Rankel – neben Frank Hördler mit 21 Jahren gestern ältester Eisbär – war einer von ihnen. Der Angreifer vergab die größte Torchance im ersten Drittel, als er mit einem Penalty an Kölns Torwart Oliver Jonas scheiterte.

Zwei Tore binnen 25 Sekunden brachten Köln in der 18. Spielminute in Vorteil: Daniel Rudslätt und Philip Gogulla trafen. Ab dem zweiten Drittel aber gestalteten die jungen Berliner das Spiel offen, Rankel gelang bei 5:3-Überzahl das Anschlusstor (32.). Die Eisbären hätten sogar fast das 2:2 geschafft, doch Constantin Braun traf kurz vor Schluss nur den Pfosten. „Hauptsache gewonnen“, sagte Kölns Trainer Doug Mason. „Dass die Eisbären nicht mit ihrem besten Team angetreten sind, war nicht fair gegenüber den Fans“, fand er. Mag sein, muss aber nicht: In der DEL haben die Berliner in dieser Saison 1:4 und 2:4 in Köln verloren – klarer als im Pokal.

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