Sport : Junge deutsche Talente sollen "eine zentrale Stütze der Mannschaft" werden

Almuth Wenta

Im Badminton ist es wie im Fußball: wenn eine Mannschaft einen nationalen Wettbewerb gewinnt, dann ist sie dazu berechtigt, in einem internationalen Wettbewerb anzutreten. BSC Eintracht Südring heißt der amtierende Deutscher Meister im Badminton, und deshalb könnte der Klub auch im Europapokal spielen, was in etwa der Champions League im Fußball entspricht. Doch zum Badminton kommen sehr viel weniger Zuschauer, weshalb Südring ein finanzielles Problem hat. Denn wenn es um das Geld geht, ist es beim Badminton eben doch nicht wie beim Fußball.

Erst auf einer Vorstandssitzung wird deshalb in diesen Tagen entschieden, ob die vom Manager Rainer Behnisch aufgetriebenen Spenden zur Pokal-Reise nach Dornbirn in Österreich reichen. Dabei geht es nicht um hohe Summen. Es geht um etwa die Hälfte dessen, was ein Spieler von Bayern München an seinen Verein zahlen muß, wenn er sich irgendwie unprofessionell verhält. Doch selbst wenn Rainer Behnisch diese 3500 Mark irgendwoher bekommt, löst dies das grundsätzliche Problem des Badmintonsports nicht. Und deshalb ist Rainer Behnisch "sehr müde", weil er schon seit zehn Jahren versucht, wenigstens so viel Geld zu erwirtschaften, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.

Doch neben den üblichen Finanzierungsproblemen sieht Behnisch einen weiteren Grund. Diesem Sport fehlt der Star, der die Massen und die Sponsoren in die Sporthalle treibt. "Wir haben kein Weltklasse-Niveau in Deutschland", sagt Behnisch. Vielleicht hat Südring auch deshalb so viele Schweden verpflichtet - sechs nämlich. Das fanden nicht alle gut, denn man kennt ja die aktuelle Diskussion, dass - nicht nur im Badminton - der eigene Nachwuchs nicht im Banksitzen geschult werden soll.

In dieser Saison hat Südring nun zwei neue Spieler unter Vertrag. Beide sind unter 20 Jahre alt, kommen entweder aus Wittdorf (Kristof Hopp) oder aus Berlin (Sebastian Schmid) und sollen in der Bundesliga "eine zentrale Stütze der Mannschaft" werden. Hopp hat beim Zeitligisten Wittdorf gespielt und trainiert im Olympiastützpunkt Saarbrücken. Schmidt sollte schon in der vergangenen Saison für Südring spielen, verletzte sich aber und wurde nicht mehr rechtzeitig fit. Jetzt ist er allerdings so fit, dass Rainer Behnisch ihn "das größte Berliner Talent" nennt und ihm "auf jeden Fall" Einsätze in der Bundesliga-Saison geben wird.

Das ist tatsächlich sehr wahrscheinlich, denn neben Kai Mitteldorf, der sich aus dem Profisport zurückzieht, ist "unsere Nummer Eins" so schwer am Rücken erkrankt, dass ein Einsatz weder im Europa-Pokal, noch in der Hinrunde der Bundesliga in Frage kommt. "Unsere Nummer Eins" war bei Südring Rickard Magnusson und wird jetzt durch die neue Nummer eins, Daniel Eriksson, ersetzt. "Ohne Magnusson wird es ganz schwer, den Titel zu verteidigen", sagt der Manager.

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