Junges Motocross-Talent : „Guinness fand das zu gefährlich“

Weltrekordler ohne Führerschein: Der erst 13 Jahre alte Motocross-Sportler Luc Ackermann springt am Wochenende bei der Night of the Jumps in Berlin.

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Luc Ackermann, 13, zeigt am Wochenende sein Können bei der „Night of the Jumps“ in der Arena am Ostbahnhof (Samstag, ab 20 Uhr und Sonntag, ab 15 Uhr).
Luc Ackermann, 13, zeigt am Wochenende sein Können bei der „Night of the Jumps“ in der Arena am Ostbahnhof (Samstag, ab 20 Uhr und...Foto: promo

Luc, Du trittst immer mit Mütze auf. Ein Helmersatz? Geht es ohne Deckel nicht?

Hmm, kann schon sein. Ich hab gern was auf dem Kopf. Außerdem ist da ein Sponsor von mir drauf, mein Helmsponsor.

Wenn Du also den Helm nicht trägst, trägst du zumindest den Namen der Helmfirma – das klingt ausgesprochen pflichtbewusst aus dem Mund eines 13-Jährigen.

Naja, wenn mir heiß wird, nehme ich die Mütze ab. Keiner zwingt mich, sie aufzusetzen. Ich trage Mütze und Helm etwa gleich oft. Ich trainiere jeden Tag, wenn das Wetter danach ist.

Wann ist das Wetter nicht danach?

Diesen Winter war es leider nie danach, sondern zu kalt und zu glatt.

Im Oktober bist Du in Köln zu einem Weltrekord gesprungen: Du hast als jüngster Motocrossfahrer aller Zeiten einen Rückwärts-Salto mit Deiner Maschine gemacht.

Ja, einen Backflip nennt man das. Das wollte ich hier in Berlin jetzt wiederholen, diesmal mit einem größeren Rad. Weil ich damit nicht üben konnte, wird das aber nichts. Bisher klappen nur die ganz normalen Tricks. Zum Beispiel ein Tsunami.

Wie sieht der aus?

Man macht im Flug einen Handstand auf dem Lenker.

Ein Handstand auf dem Lenker ist aber nicht spektakulär genug für einen zweiten Guinnessbuch-Eintrag?

Ich habe gar keinen Guinnessbuch-Eintrag. Das denken bloß alle. Bei Guinness fanden sie meinen Versuch zu gefährlich.

Findest Du ihn nicht gefährlich?

Ich habe mich noch nie ernsthaft verletzt. Einmal ist das Motorrad aus zehn Metern Höhe auf mich draufgefallen. Das tat weh, aber gebrochen war nichts.

Nach dem schweren Unfall in der Fernsehsendung „Wetten, dass...?“ wird Dein Tun vermutlich kritischer beobachtet als früher. Hast du etwas von den Diskussionen mitbekommen?

Mich haben viele Leute darauf angesprochen und gefragt, ob ich keine Angst habe. Habe ich aber eigentlich nicht. Meine Eltern haben mir auch nie vermittelt, dass ich einen Grund hätte, ängstlich zu sein. Und es macht einfach zu viel Spaß, um aufzuhören.

Lässt sich Dein Hobby denn mit der Schule vereinbaren?

Es geht. Meine Schule ist großzügig. Wenn ich wegen eines Springens nicht in Niederdorla sein kann, ist das okay.

Du bist Kinderstar in einem Erwachsenensport, wurdest sowohl in den „Tigerenten Club“ als auch zu Stefan Raab eingeladen. Wo hast Du Dich wohler gefühlt?

Das war beides nett. Es ist schön, wenn viele mich kennen. Egal, ob durch Motorradhefte oder durch die "Micky Maus".

Worauf freust du dich am meisten, wenn du nach einer Reise nach Hause kommst?

Auf meine Playstation. (Pause.) – Meine Familie ist ja meistens mit dabei.

Dein Vater trainiert Dich auch.

So quasi. Er steht am Rand und sagt mir, was ich besser machen kann.

Dein älterer Bruder Hannes Ackermann ist ebenfalls ein großer Motocross-Sportler.

Ja, er war schon zweimal Deutscher Meister und unterstützt mich sehr. Wir sind oft zusammen auf unserem Trainingsgelände.

Es heißt, Du habest schon mit drei Jahren auf einem Bike gesessen. Hättest du Dich auch für einen anderen Sport entscheiden können?

Gedurft hätte ich bestimmt, aber ich habe Hannes immer bewundert und eigentlich nie an sowas wie Fußball gedacht.

Du hast seit einiger Zeit eine feste Zahnspange. Stört die?

So im normalen Leben schon manchmal. Aber beim Sprung konzentriere ich mich ganz auf die Maschine.

Luc, wer ist Marilyn Monroe?

Ähm... Die Frau auf meinem Bike.

Und weiter?

Weiß ich ehrlich gesagt nicht, die hat einer meiner Sponsoren da rauf gemacht. Ich kann aber meinen Trainer fragen, wenn Du warten willst.

Das Gespräch führte Maris Hubschmid

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