Sport : K.o. durch Konter

Bremen unterliegt Lyon 0:3 und steht in der Champions League vor dem Aus

Steffen Hudemann[Bremen]

Gregory Coupet hat schon schlimmere Tage in Bremen erlebt. Zum Beispiel den 7. Dezember 1999. Da gastierte der Torwart mit seinem Verein Olympique Lyon bei Werder Bremen im Uefa-Cup – und verlor nach einer schwachen Leistung 0:4. Trotz eines 3:0-Erfolgs im Hinspiel war Coupet mit Lyon ausgeschieden. Am Mittwochabend, mehr als vier Jahre später, war alles anders. Da konnte sich Coupet mehrmals mit Paraden auszeichnen. Seine gute Leistung korrespondierte mit dem couragierten Auftritt Lyons im Achtelfinal-Hinspiel der aktuellen Champions-League-Saison. Am Ende unterlag Bremen den spielstarken Gästen trotz einiger eigener Chancen klar mit 0:3 (0:1) und steht damit vor dem Aus. Die Tore erzielten Sylvain Wiltord, Mahamadou Diarra und Juninho.

Vor 36 923 Zuschauern im Weserstadion war der französische Meister schon in der neunten Minute in Führung gegangen – Wiltord schloss einen Konter präzise ab. Mit vier Offensivspielern angetreten, konnten die Gäste immer wieder mit zügigen Kombinationen das Mittelfeld der Bremer überrennen. Erst nach und nach konnte sich auch der Deutsche Meister, bei dem sich Angreifer Ivan Klasnic beim Aufwärmen einen Muskelfaserriss in der linken Wade zugezogen hatte und der deshalb mit dem gerade von einer Grippe genesenen Miroslav Klose antreten musste, gute Möglichkeiten erspielen. Die beste in der ersten Halbzeit vergab Klose, der freistehend zum Kopfball kam, aber an Coupet scheiterte. Die Flanke hatte Paul Stalteri getreten, der das Bremer Angriffsspiel von der rechten Seite aus vorantrieb. Mit seinen Vorlagen ermöglichte er unter anderem Tim Borowski einen Kopfball, der im Außennetz hängen blieb.

Nach der Pause verstärkten die Bremer ihre offensiven Bemühungen – allerdings ohne an Durchschlagskraft zu gewinnen. Die selbstbewusst auftretenden und klug taktierenden Gäste blieben mit ihren Kontern stets gefährlicher. Nach einer guten Stunde überraschte Sidney Govou die Bremer Abwehr mit einem gefährlichen Kopfball, der vom Innenpfosten zurück ins Feld prallte.

Die Bremer, bei denen am Ende der 18 Jahre junge Aaron Hunt den Sturm verstärkte, hatten trotz mancher optischer Vorteile viel Mühe, dem gutklassigen Gegner ihr Spiel aufzuzwingen. Im Abschluss fehlte zudem ein wenig Glück. Allein Klose vergab mit Kopf und Füßen in der zweiten Spielhälfte drei gute Möglichkeiten. Nelson Valdez konnte 20 Minuten vor Spielschluss den Ball zwar an Torwart Coupet vorbeibringen, verfehlte aber mit seinem Schuss das Tor.

Besser machten es die cleveren Gäste. Eine Kombination vor dem Bremer Strafraum schloss Mahamadou Diarra in der 77. Spielminute mit einem präzisen Schuss erfolgreich ab. Nur drei Minuten später traf auch noch Juninho mit einem Freistoß aus 30 Metern. Damit hatte Lyon fast jede Gelegenheit ausgenutzt; Bremen dagegen keine.

Werder kann jetzt nur noch auf ein Wunder im Rückspiel hoffen. Wie damals 1999.

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