Sport : KADER WM 2006

Stefan Hermanns

Wenn in acht Monaten die Fußball-WM 2006 beginnt, hat Jürgen Klinsmann seinen schwersten Job hinter sich. Zwei Wochen vor dem Eröffnungsspiel am 9. Juni 2006 muss der Bundestrainer seinen Kader für die WM bekannt gegeben haben. Wir verraten, für wen er sich entscheiden müsste, wenn die Nominierungsfrist heute abliefe.

TOR

Oliver Kahn . Dank der Torhüterrotation wieder die Nummer 1. Bisher hat er in der Allianz-Arena noch kein Tor kassiert. Dort wird die WM angestoßen.

Timo Hildebrand . Wenn Kahn die Nummer 1 wird, wird Jens Lehmann auf seine WM-Teilnahme verzichten. Hildebrand rückt zum ersten Ersatzmann auf.

Christian Fiedler . Der zurzeit beste deutsche Torhüter. Und bei Hertha BSC hat er über viele Jahre bewiesen, dass er auch auf der Ersatzbank loyal ist.

ABWEHR

Per Mertesacker . Macht gerade die erste schwierige Phase seiner Karriere durch – das bringt ihn weiter.

Christoph Metzelder . Noch ist es mehr Hoffnung als Gewissheit, dass er wieder eine sichere Bank in der Abwehr wird. Aber die Hoffnung nimmt zu.

Lukas Sinkiewicz . Hat laut Klinsmann die Nase vorn. Dank seiner Zugehörigkeit zum 1. FC Köln bekommt er noch Gelegenheit, sich in Abwehrarbeit zu üben.

Christian Wörns . Wenn er nicht zu viele Beleidigte-Leberwurst-Interviews gibt, kann Klinsmann auf den erfahrenen Verteidiger kaum verzichten.

Patrik Owomoyela . Beim Confed-Cup ohne Einsatz, in Bremen anfangs mit Schwierigkeiten, doch jetzt gewinnt er an Selbstsicherheit.

Arne Friedrich . Der Berliner kämpft mit Owomoyela um den Platz rechts in der Viererkette. Friedrichs Plus: Er kann auch in der Innenverteidigung spielen.

Marcell Jansen . Er hat hinten links immer noch keinen echten Konkurrenten.

MITTELFELD

Michael Ballack . „Auf Dauer können wir ihn nicht ersetzen“, sagt Kotrainer Joachim Löw. Das bestreitet niemand.

Torsten Frings . Weil Frank Baumann bei Werder schwächelt, darf Frings im Verein im defensiven Mittelfeld spielen. Das stärkt ihn.

Bernd Schneider . Rote Karte wegen einer Tätlichkeit, der Verein im Aufruhr – es waren keine guten Wochen für den Leverkusener. Aber der Bundestrainer steht auf ihn.

Tim Borowski . Erfährt auf einmal große Anerkennung – weil er zielstrebiger auftritt. So etwas gefällt Klinsmann.

Bastian Schweinsteiger . Auch wenn er im Verein wenig spielt, in der Nationalelf darf er sich austoben. Der Bundestrainer schätzt sein unorthodoxes Spiel.

Fabian Ernst . Ist noch etwas müde vom Confed-Cup und den ersten Wochen bei Schalke. Als Ergänzungsspieler reicht es.

Sebastian Deisler . Kann eigentlich alles – und will zu viel. Das liegt daran, dass er bei den Bayern zu selten spielen darf.

Thomas Hitzlsperger . Der einzige Linksfuß im Mittelfeld. Er kann auch hinten links in der Viererkette auflaufen.

Mehmet Scholl . Der Joker. Die charmante Vorstellung, dass Scholl mit fast 36 Jahren seine erste WM spielt, wird aber wohl Wunsch bleiben.

ANGRIFF

Lukas Podolski . Wird in der Nationalelf immer besser aussehen als im Verein. Weil er da die besseren Mitspieler hat.

Miroslav Klose . Der Bremer ist zurzeit erfolgreichster deutscher Stürmer. Er muss aber beweisen, dass er auch international mithalten kann.

Kevin Kuranyi . Der Schalker kämpft gegen sein Formtief. Gegen Mailand zeigte er, dass die Krise bald vorbei sein könnte.

Oliver Neuville . Streitet mit Mike Hanke und Thomas Brdaric um den letzten freien Platz. Im Moment ist er besser.

NICHT NOMINIERT

Gerald Asamoah und Philipp Lahm wurden wegen Verletzungen nicht berücksichtigt. Sind sie fit, zählen sie zum WM-Aufgebot. Robert Huth dagegen spielt bei Chelsea kaum noch. Thomas Brdaric zählt nicht mehr zum erweiterten Aufgebot, genauso wenig wie Dietmar Hamann ; auch Andreas Hinkel steht hintan. Mike Hanke darf wegen seiner Rot-Sperre in den ersten beiden WM-Spielen nicht eingesetzt werden. So viele Tore, dass er trotzdem nominiert wird, kann er in der Bundesliga nicht schießen.

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