Sport : KADER WM 2006

Stefan Hermanns

Wenn heute in sieben Monaten die Fußball-WM beginnt, hat Jürgen Klinsmann seinen schwersten Job bereits hinter sich. Zwei Wochen vor dem Eröffnungsspiel muss der Bundestrainer seinen Kader bekannt gegeben haben, aus rund 40 potenziellen Kandidaten 23 definitive WM-Teilnehmer auswählen. Wir verraten jeden Monat, für wen er sich entscheiden müsste, wenn die Nominierungsfrist heute abliefe.

TOR

Oliver Kahn. Weiß noch nicht, wie er das freie Wochenende verbringen soll, das ihm bevorsteht: mit Golfen, Tanzen oder Schwimmen. Für den Juni 2006 sollte er sich jedenfalls nichts vornehmen.

Timo Hildebrand . Hält die Bälle – und seinen Mund, damit seine WM-Teilnahme nicht in Gefahr gerät. Im Sommer rückt er einen Platz auf, wenn Jens Lehmann auf die Rolle als Ersatzmann verzichtet.

Roman Weidenfeller . Wenn Klinsmann auch nach der WM an der Rotation im Tor festhalten will, braucht er einen Konkurrenten für Hildebrand. Weidenfeller wäre ein Kandidat.

ABWEHR

Christoph Metzelder . Kaum dabei und schon wieder die Nummer eins unter den Innenverteidigern. Das liegt aber auch an Mertesackers Formschwäche.

Per Mertesacker . Hat sich zuletzt über die Personalpolitik seines Vereinstrainers beschwert und damit angedeutet, dass er ein bisschen lauter werden will. Das kann nicht schaden.

Christian Wörns. Der Dortmunder wird von Klinsmann gerade einem verschärften Charaktertest unterzogen: Kann Wörns schweigen, darf er im Sommer mit zur WM.

Arne Friedrich . Die Unaufgeregtheit in Person. Aber warum soll er sich aufregen? Rechts ist er die Nummer eins, und für die Innenverteidigung langt es auch.

Patrick Owomoyela . Bestandteil der Bremer Chaos-Abwehr. Ihm fehlt die Konstanz, für die Bank reicht es.

Marcell Jansen. Machte am Wochenende das beste Spiel seit Wochen – und Klinsmann saß auf der Tribüne. So ein Zufall.

Malik Fathi . Ist jung, seit einem Jahr Stammspieler in der Bundesliga. Wird offensiv immer besser. Eine Chance hätte er verdient.

MITTELFELD

Michael Ballack. Erklärt sich von selbst. Nur so viel: Miroslav Klose ist der einzige deutsche Spieler, der mehr Tore erzielt hat als Ballack. Und der ist Stürmer.

Tim Borowski. Gilt als potenzieller Ersatz für Ballack. Vielleicht ist er aber auch die perfekte Ergänzung.

Sebastian Deisler. Zeigt immer deutlicher, warum Klinsmann zu Recht an ihm festgehalten hat.

Torsten Frings. Der Mann fürs defensive Mittelfeld. Oder will jemand lieber Hamann oder Ernst dort sehen?

Bastian Schweinsteiger. Ist ein Mann fürs Mittelfeld, und nicht für die Viererkette. Das hat sein Kopfballduell mit Klose am Wochenende gezeigt.

Bernd Schneider . Seine Mannschaft, Bayer Leverkusen, steckt zurzeit im Niemandsland. Bei Schneider hat man einen ähnlichen Eindruck.

Fabian Ernst. Starker Auftritt am Wochenende – allerdings der erste in dieser Saison. Ernst muss etwas mehr zeigen, sonst ...

Sebastian Kehl. ... sonst kommt Kehl. Klinsmann aber hält offensichtlich nicht viel von ihm. War noch nie nominiert.

ANGRIFF

Miroslav Klose. Hat sich am Wochenende nicht von Lucio aufhalten lassen. Gut zu wissen fürs WM-Finale gegen Brasilien.

Lukas Podolski . Kölns Präsident Wolfgang Overath sagt, es werde alles zu viel für Podolski. Vielleicht kann Klinsmann helfen.

Kevin Kuranyi. Schwankt noch zu sehr in seinen Leistungen. Doch jetzt, da bei Schalke alles gut wird, sieht es auch für Kuranyi wieder besser aus.

Oliver Neuville. Glaubt unbeirrt an seine WM-Chance. Ein schwerer Fehler wäre es vermutlich nicht, ihn mitzunehmen.

Stefan Kießling. Wer beim 1. FC Nürnberg fünf Tore schießt, kann so schlecht nicht sein.

NICHT NOMINIERT

Es war ein schöner Gedanke, dass Mehmet Scholl als Joker mit zur WM fährt. Doch Klinsmann hat mehrmals gesagt, dass er nichts davon hält. Das Gleiche gilt für Lukas Sinkiewicz , Robert Huth und Thomas Hitzlsperger . Auch Christian Ziege muss seine Hoffnungen auf die WM endgültig begraben. Er hat seine Karriere beendet.

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