Sport : Kaisers Entscheidung

Franz Beckenbauer sagt TM3 ab, kommentiert für Premiere und RTL

Beim Werben um Franz Beckenbauer hat der Münchner Sender TM3 den Kürzeren gezogen: Der "Kaiser" wird in der kommenden Saison nicht die Champions League für den einstigen Frauen-Kanal kommentieren, sondern weiter bei RTL und beim Pay-TV-Sender Premiere unter Vertrag bleiben. Während der Ex-Nationalspieler nach Angaben seines Managers Robert Schwan bei RTL für ein weiteres Jahr unterschrieb, beträgt die Laufzeit des Premiere-Kontraktes vier Jahre.

Bei Premiere, das ab 1. Oktober unter dem Namen "Premiere World" firmieren wird, soll Beckenbauer künftig Bundesliga-Spiele kommentieren. Bei RTL, das keine attraktiven Fußball-Erstverwertungsrechte besitzt, wird noch nach Sendeplätzen gesucht. Zur EM 2000 soll Beckenbauer auf jeden Fall zusammen mit Marcel Reif, der als Kommentator eigentlich zu Premiere gewechselt ist, eine Sendung bekommen. Als Gage für Beckenbauer sind zwei Millionen Mark von Premiere pro Saison und eine Million Mark von RTL im Gespräch.

Entsprechend enttäuscht äußerte sich TM3-Gesellschafter Herbert Kloiber: "Ich bedauere zutiefst, daß Franz Beckenbauer es vorzieht, vorerst seine langjährige Verbindung zu dem weltweit wichtigsten Fußballturnier abzubrechen. Wir hatten uns natürlich sehr um ihn bemüht und auch mit Robert Schwan in mehreren Gesprächen den Eindruck gewonnen, daß der Kaiser gerne den neuen Champions-League-Sender unterstützen wollte." Einen Seitenhieb auf die siegreiche Konkurrenz konnte sich Kloiber indes nicht verkneifen. "Fest steht allemal, dass es weder auf RTL noch Premiere Spiele der Champions League zu sehen gibt. Darüber wird auch nicht mehr gesprochen", erklärte Kloiber.
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