Sport : Kaiserslautern - Bremen: Matchwinner kommt von der Ersatzbank

Oliver Trust

Der Wurstmarkt in Bad Dürkheim ist so etwas Ähnliches wie der Karneval für Köln. Wenn Wurstmarkt ist - Bad Dürkheim ist nicht weit weg von Kaiserslautern -, dann spielen sie mehr oder minder schlecht am Betzenberg. Manche schreiben das dem größten Weinfest in Deutschland zu. Auch beim 2:1 über Werder Bremen sah es für den 1. FC Kaiserslautern lange düster aus, dann aber wollten die Lauterer wohl ihrem ehemaligen Trainer Otto Rehhagel nicht auch noch den letzten Tag in der Pfalz verderben. Es dauerte bis zur 70. Minute, dann stand fest: Rehhagel kann heute nach einem Sieg nach Griechenland umziehen. Hany Ramzy und Miroslav Klose hatten die Bremer Führung durch Ivica Banovic umgekehrt und den FCK am fünften Spieltag mit dem fünften Sieg an die Spitze der Fußball-Bundesliga geschossen.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de "Es geht um nicht weniger als die Tabellenführung", hatte der Stadionsprecher den Pfälzern noch zugerufen. Doch die schienen davor regelrecht Angst zu haben. Obwohl Bremens Trainer Thomas Schaaf überraschend ohne Dieter Eilts, Andreas Herzog und Fabian Ernst antrat und quasi die zweite Reihe spielen ließ, dominierten die Bremer. Ohne nennenswerten Körperkontakt mit dem Gegner konnte sich Banovic bis an den Strafraum der Lauterer spielen. Dort brachte ihn Marco Bode in beste Schussposition. Die Hintermannschaft um den unsicheren Libero Thomas Hengen schaute staunend zu.

Trainer Andreas Brehme fand die ganze Vorstellung so niederschmetternd, dass er zeitweise nicht einmal aufstand, um zu schimpfen. Als Banovic in der 21. Minute eine Ecke fast direkt verwandelt hätte, kamen sogar Pfiffe aus der Westkurve. Die Lauterer ließen die Bremer spielen, ohne ihnen zu nahe zu kommen. Erst als Buck und Klose nach der Pause kamen, wachte das Team auf. Die Folge: in der 63. Minute traf Hany Ramzy aus zwei Metern zum 1:1. Jetzt kam selbst Brehme unter dem Plastikdach seiner Bank hervor und brüllte. Bremen geriet immer mehr in Bedrängnis. "Jetzt hatten wir endlich eine andere Einstellung", sagte Brehme, "vorher sind wir den Zweikämpfen aus dem Weg gegangen." Und dann machte Klose doch wieder einen seiner Saltos. Diesmal aus Freude über das 2:1 (70.). Der Rest bestand aus biederer Pfälzer Abwehrkunst. "Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Sieg verdient", sagte Mario Basler erleichtert und dämpfte ungewohnt klar zu hohe Erwartungen. "Bei der Meisterschaft soll bloß keiner mit uns rechnen, wir brauchen Punkte für den internationalen Wettbewerb, mehr nicht".

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