Sport : Kaiserslautern - Rostock: Pfälzer verpassen den Anschluss

Hartmut Scherzer

Es hätte ein erfolgreicher Abschluss einer erfolgreichen Woche werden können: erst der Einzug ins Viertelfinale des Uefa-Cups und dann mit einem Sieg gegen den Abstiegskandidaten Hansa Rostock den Anschluss an die Führunggruppe der Fußball-Bundesliga hergestellt. Doch der 1. FC Kaiserslautern passte sich den unerwarteten Patzern der vier Titelkandidaten an. Der FCK verlor vor 39 000 Zuschauern auf dem Betzenberg gegen Hansa Rostock mit 0:1. 88 Minuten lang rannte die Mannschaft Andreas Brehmes dem frühen Rückstand durch Bachirou Salou nach nur zwei Minuten vergebens hinterher. Selbst eine Rote Karte für Harry Koch (76.Minute) nach einer Notbrems" gegen Victor Agali stoppte den Sturmlauf des dezimierten FCK vor allem in der viel besseren zweiten Halbzeit nicht.

"Doch es gibt so Tage, da gehen die Dinger einfach nicht rein", stöhnte Brehme. Hansas Trainer Friedhelm Funkel überkam bald das Gefühl, "dass Kaiserslautern heute 24 Stunden hätte spielen können und kein Tor geschossen hätte". Immerhin räumte der Rostocker Trainer nach der kompakten Mannschafts- und Abwehrleistung Hansas und dem "lebenswichtigen Sieg" ein: "Wir hatten einiges Glück." Und einen überragenden Martin Pieckenhagen im Tor, der mit einer ganzen Reihe von Weltklasseparaden selbst so genannte hundertprozentige Chancen der Pfälzer zunichte machte. Der Held des Sonntags wehrte alle Komplimente ab. "Ich bin auch nur ein Teil der Mannschaft", sagte Pieckenhagen, "und die hat heute hervorragend funktioniert."

Pieckenhagen leitete sogar den Siegtreffer seiner Mannschaft ein. Hansas Torhühter fing einen Freistoß von Mario Basler, warf den Ball zu Rene Rydlewicz, der mit einen Pass die neuformierte Lauterer Abwehr mit dem unsicheren Nenad Bjelic als Libero (Ramzy musste für Ägypten in Namibia ein WM-Qualifikationspiel bestreiten) überlistete. Jeff Strasser war bei dem Konter allzu sorglos gewesen. "Da haben wir nicht schnell genug von Angriff auf Abwehr umgeschaltete", monierte Brehme. Peter Wibran legte den Ball Marcus Lantz vor, dessen strammen Flachschuss Georg Koch zwar noch großartig abwehrte. Gegen den Nachschuss Salous hatte er keine Chance mehr.

Die Aufholjagd gingen die Pfälzer in der ersten Halbzeit noch gemächlich an. "Diese Halbzeit haben wir verschlafen", klagte Basler, wieder der Beste, selbstkritisch. Der FCK rannte durch die Mitte wie gegen eine Wand, hatte gegen die rustikalen Rostocker aber jede Menge Ausgleichschancen. Die größte: Einen Kopfball (41.) von Vratislav Lokvenc kratzte Lantz von der Linie. Nach dem Wechsel blieb Bjelica in der Kabine. Basler spielte nun Libero - in einer Manier, als hätte er nie auf einer anderen Position gestanden.

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