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Kaiserslautern - Stuttgart 3:3 : Teuflische Aufholjagd

Mithilfe seiner Fans kämpft sich der FCK zurück ins Spiel – und schafft nach 0:3-Rückstand noch den Ausgleich. "Am Ende war sogar noch mehr drin", sagt Torschütze Lakic.

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Drunter und drüber ging's beim 3:3 in der Pfalz. Hier rettet Stuttgarts Torwart Sven Ulreich vor dem Tiefflieger Srdjan Lakic (l.).
Drunter und drüber ging's beim 3:3 in der Pfalz. Hier rettet Stuttgarts Torwart Sven Ulreich vor dem Tiefflieger Srdjan Lakic...Foto: dpa

In der Pause des Spiels zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem VfB Stuttgart müssen sich in der Kabine der Pfälzer höchst unterhaltsame Szenen abgespielt haben. Glaubt man den Augenzeugen, stemmte sich eine Mannschaft zunächst mit beschwörenden Sätzen gegen die drohende Niederlage, was sie später auf dem Rasen in Form einer furiosen Aufholjagd nachholte. „Es stand zwar 0:2 aber wir wussten, wir sind hier nicht die schlechtere Mannschaft“, sagte Christian Tiffert. „Wir haben uns alle geschworen, wir verlieren das Ding hier nicht“, berichtete Oliver Kirch. „Alle haben doch gesehen, wir waren nicht schlechter.“ Was folgte, sollte Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz später als Wahnsinn bezeichnen. Seine Mannschaft hatte aus einem 0:3 noch ein 3:3 gemacht.

Die 46.900 Zuschauer erlebten ein spektakuläres Spiel. Als Christian Gentner kurz nach der Pause den von Martin Amedick an Ciprian Marica verursachten Foulelfmeter verwandelte, stand es nicht mehr nur 0:2, sondern 0:3. „Psychologisch war das eigentlich tödlich“, sagte Kurz. Schon nach Arthur Bokas 1:0 nach einem Pass von Marica und Cacaus fünftem Saisontor zum 2:0 – beide nach klug herausgespielten Kontern – schien es kaum mehr Zweifel zu geben, wer als Sieger vom Platz gehen würde. „Dann haben manche bei uns gedacht, es geht auch mit ein bisschen weniger“, klagte Stuttgarts Manager Fredi Bobic.

Als Ilijan Micanski nach einer knappen Stunde das 1:3 gelang, begünstigt durch einen Abwehrfehler des kurz zuvor eingewechselten Khalid Boulahrouz, erwachte etwas von dem Mythos, der Spiele auf dem Betzenberg so berüchtigt gemacht hat. Man schaltete das Flutlicht ein und „dann geht es hier immer los“, sagte Tiffert. Sein Trainer bedankte sich später bei der „Kraft, die dann von den Rängen“ kam. Nie schien es mehr zu helfen als im Duell gegen Stuttgart. Der Betzenberg bebte, und nicht nur die Zuschauer spürten, es könnte am Ende mehr drin sein als eine ehrenvolle Niederlage.

„Wir haben gemerkt, hier geht was“, sagte Oliver Kirch. Mit der Einwechslung eines zweiten Stürmers gab schließlich Trainer Marco Kurz das Signal, auf dem Rasen nun alles zu versuchen. Dazu passte das zauberhafte Tor von Ivo Ilicevic eine Viertelstunde vor Schluss zum2:3. Er traf mit links aus 25 Metern ziemlich genau in den Winkel. Um den VfB Stuttgart musste man sich nun ernste Sorgen machen. Bei den Schwaben lief nun nichts mehr. „Da muss man sich cleverer anstellen“, sagte Bobic.

Kaiserslautern war auf dem Weg zum Unentschieden nicht mehr aufzuhalten. Mathias Abel gelang in der 78. Minute per Kopfball das 3:3. „Eigentlich müssten wir zufrieden sein, aber es war am Ende sogar noch mehr drin“, sagte Lauterns Srdjan Lakic. Während die Pfälzer in der zweiten Hälfte für die Aufregung zuständig waren, war es in der ersten Schiedsrichter Babak Rafati. Nach einem Foul von Boka und Patrick Funk an der Strafraumgrenze hatten viele Fans Elfmeter gefordert, Rafati aber lag fast richtig. „Es war außerhalb, er hätte Freistoß geben müssen“, sagte Tiffert, „das anschließende 2:0 für Stuttgart wäre nicht gefallen.“

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