Sport : Kaiserslauterns Trainer begnadigt Sforza

Im Machtkampf mit dem rebellischen Ciriaco Sforza hat Otto Rehhagel offenbar eine persönliche Schlappe erlitten. Nach der sportlichen Talfahrt der Pfälzer sah sich der bisher allein regierende "König Otto" offenbar auf sanften Druck von Vorstand und Mannschaftsrat gezwungen, den aufmüpfigen Schweizer zu begnadigen.

Trotz der überraschenden Einigung wollte Rehhagel jedoch nichts von einem Gesichtsverlust wissen. "Wir haben alle unsere Gesichter so, wie sie waren", sagte der 61-Jährige nach dem von großem Medienrummel begleiteten Training am Dienstag. Er habe keine Bedenken, dass seine Autorität durch den "Salto rückwärts" geschwächt worden sei. "Ich habe noch nie Angst vor irgend etwas gehabt, außer vor einem Autounfall. Ich bin erleichtert, dass der Streit beigelegt ist. Was und wo Sforza spielen wird, bestimme ich immer am Spieltag."

Es gilt indes als sicher, dass der Schweizer gegen Kilmarnock wieder als Libero auflaufen wird. Davon gehen auch seine Mannschaftskollegen aus, die den Frieden einhellig begrüßten: "Wenn wir die Aussöhnung haben, muss Ciri spielen. Er ist nicht zu ersetzen. Die Einigung ist kein Autoritätsverlust für den Trainer, sondern zeugt von Größe", betonte Andreas Buck.

Dagegen verweigerte Ciriaco Sforza jegliche erneute Stellungnahme. In der Tageszeitung Rheinpfalz hatte er aber nach der unerwarteten Wende seine Kritik an Rehhagels Führungsstil wiederholt: "Die Kritik war hart, aber wir müssen wieder ein System haben. Dass es nicht mehr so weitergehen kann, ist nach dem Spiel gegen Werder Bremen allen klar."

Nach dem 0:5-Debakel am Sonntag bei Werder Bremen sah sich der Vorstand des 1.FC Kaiserslautern offenbar zum sofortigen Handeln gezwungen, um die größte Vereinskrise seit dem Abstieg 1996 zumindest vorerst beizulegen. Mit der Begnadigung soll in der kommenden Woche mit den richtungweisenden Begegnungen im Uefa-Cup gegen den schottischen Vertreter FC Kilmarnock am Donnerstag (20.30 Uhr) und am Sonntag gegen den Bundesliga-Spitzenreiter Hamburger SV (17.30) der Gefahr eines sportlichen Niedergangs begegnet werden.

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