Kaka ratlos : Brasilien enttäuscht erneut in der WM-Qualifikation

Brasilien kann in der WM-Qualifikation vor heimischem Publikum einfach nicht gewinnen. Auch gegen Kolumbien zeigte die "Selecao" wieder Frust-, statt Zauberfußball.

Emilio Rappold[dpa]
Kaka
Kaka (l.) kann sich nicht gegen Kolumbien durchsetzen. -Foto: dpa

Rio de JaneiroIn Südamerikas WM-Qualifikation wird zur Zeit weder Samba noch Tango getanzt: Rekord-Weltmeister Brasilien gelang am Mittwoch unter gellenden Pfiffen der Fußball-Fans nur ein mageres 0:0 gegen Kolumbien. Während es die dritte "Nullnummer" in Serie vor eigenem Publikum war, leistete sich Argentinien in Chile sogar ein 0:1 und zog damit erstmals in einem Punktspiel gegen den Anden-Nachbarn den Kürzeren.

Paraguay auf Platz eins

Unangefochtener Tabellenführer bleibt nach dem 10. Spieltag Paraguay. Die "Deutschen Südamerikas", wie die Rot-Weißen wegen ihrer kraftvollen und schnellen Spielweise genannt werden, besiegten Peru mit 1:0 und erhöhten ihr Konto auf 23 Punkte. Dahinter folgen Brasilien (17), Argentinien und Chile (beide 16).

"Die Jungs waren bemüht, nur die Kompetenz zum Sieg hat gefehlt", monierte Ex-Nationalspieler Falcao. "Noch eine Enttäuschung", klagte die Onlineausgabe des Blattes "Estado". Gegen einen schwachen Gegner, der sechsmal nacheinander sieglos ist, spielte der fünfmalige Weltmeister kaum Chancen heraus. Die Kolumbianer schossen sogar häufiger als die Hausherren aufs Tor. Vor allem Bayern Münchens Profi Lucio war es zu verdanken, dass es keine Sensation gab.

Kaká ist ratlos

"Wir hätten gewinnen können", stellte Kolumbiens Trainer Eduardo Lara fest. Der Kommentator des TV-Riesen "Globo", Cleber Machado, sprach von einem "Frustspiel", Weltfußballer Kaká war ratlos: "Ich weiß nicht, woran das liegt, dass es zu Hause einfach nicht klappt." Die meisten Fans blieben zu Hause, denn das 80.000 Zuschauer fassende Maracaná war bestenfalls zu 70 Prozent gefüllt. Und diejenigen, die gekommen waren, machten ihrem Ärger Luft - vor allem gegen den Coach. "Tschüß Dunga" hallte es immer wieder von den Rängen.

In Argentinien wackelt der Stuhl von Alfio Basile heftig. Die vom früheren argentinischen Nationalcoach Marcelo Bielsa trainierten Chilenen gewannen vor 60.000 Fans in Santiago durch das Tor von Fabian Orellana (34.). Ihr Sieg hätte sogar höher ausfallen müssen. Bei den Argentiniern, die die gesperrten Juan Riquelme und Carlos Tevez schmerzlich vermissten, konnten auch die Jungstars Lionel Messi und Sergio Aguero kaum Akzente setzen.

Argentinien von Chile überrollt

"Die Chilenen waren deutlich besser, jetzt können wir nur noch weinen", so Basile. Aus den letzten sieben Spielen schaffte die "Albiceleste" nur einen Sieg. Wie die Niederlage des zweifachen Weltmeisters in Chile zustande kam, macht Fans und Medien in Argentinien gleichermaßen besorgt. "Wir wurden überrollt", schrieb die Zeitung "Clarin".

Mit Riesenschritten Richtung Südafrika marschiert derweil Paraguay. Das 1:0 gegen Peru vor 50.000 Zuschauern machte Edgar Benitez (81.) perfekt, während Dortmunds Nelson Valdez kaum gute Szenen hatte. Doch auf die Abwehr um Keeper Justo Villar war wieder Verlass. Venezuela erholte sich vom 0:4 gegen Brasilien und schlug Ecuador mit 3:1. Nach dem 0:1-Rückstand drehten die Venezolaner den Spieß in Puerto La Cruz dank Toren von Giancarlo Maldonado (48.), Alejandro Moreno (56.) und Juan Arango (67.) um.

Die ersten Vier der Südamerika-Qualifikation sichern sich das WM- Ticket direkt, der Fünfte muss zu Relegations-Duellen mit dem Vierten der Ausscheidung des Verbandes von Mittel- und Nordamerika antreten. Der nächste Spieltag findet erst Ende März statt.

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