Sport : Kampf auf der Meile

Derbysieger Suborics ist mit Assiun in Hoppegarten Hauptkonkurrent von Vorjahressieger Martillo

Ingo Wolff

Berlin - Andreas Suborics kann nicht anders. Der Jockey sitzt morgen in Köln schon wieder im Sattel – nur kurz nach seinem Sieg beim Deutschen Derby in Hamburg. Andere Sportler hätten sich nach dem Sieg beim wichtigsten Wettkampf der Saison wohl eine kurze Auszeit genommen. Doch für Jockeys gehört es zum Geschäft, an einem Tag das Rennen des Jahres zu gewinnen und wenige Tage später wieder in den Niederungen des Galoppsports aktiv zu sein. So gesehen führt der Sprung, den der 33-jährige Österreicher an diesem Sonntag unternimmt, nur um eine halbe Treppe nach unten. Denn der Große Preis von Deutschland in Hoppegarten am Sonntag ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Für die Galopprennbahn bei Berlin schon gar nicht: Vor einem Jahr war dies mit Kanzlerbesuch und Präsentation eines neuen Geländewagens das größte Ereignis in Hoppegarten seit der Wiedervereinigung.

Diesmal ist alles wieder eine Nummer kleiner. Trotzdem bleibt die Berlin-Brandenburg-Trophy, wie der Große Preis auch heißt, das wertvollste Rennen in Hoppegarten. Um 105000 Euro geht es – das ist trotz fehlendem Hauptsponsor geblieben. Und diese Summe hat ein kleines, aber attraktives Feld angezogen. Die Besetzung ist so stark über die 1600-Meter-Strecke, dass der Große Preis als inoffizielles Meilenchampionat in diesem Jahr angesehen werden kann.

Als stärkstes Pferd unter den sechs Startern gilt Martillo. Der vierjährige Hengst ist Titelverteidiger, und auch in diesem Jahr wird ihn Jockey William Mongil reiten. Doch Suborics wird zugetraut, dass er im Sattel von Assiun die Wiederholung des Erfolgs verhindern kann. Assiun ist ein Meilenpferd, und wohl das beste in seinem Jahrgang. Außerdem hat der Hengst noch etwas gut zu machen. Vergangenen Herbst startete Assiun in Hoppegarten als Favorit und kam weit entfernt von der Spitze mit dem Feld ins Ziel.

Andrasch Starke, Suborics härtester Konkurrent um die Spitzenposition unter den deutschen Jockeys, wird am Sonntag ebenfalls in Hoppegarten starten. Er sitzt auf dem fünfjährigen Hengst Sambaprinz – und der hat immerhin vor zwei Jahren dieses Rennen gewonnen. Doch auch das Resttrio hat Chancen auf einen Sieg. Bear King, Checkit und Arlecchina, die einzige Stute, haben in diesem Jahr schon in großen Rennen überzeugt.

Unter den neun Rennen am Sonntag in Hoppegarten (Beginn 13.50 Uhr) gibt es neben der Trophy noch ein weiteres wichtiges Rennen. Das Hoppegartener Auktionsrennen ist mit 50000 Euro dotiert. Einer der Favoriten ist Fulminant. Sein Jockey: Andreas Suborics.

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