Sport : Kampf der Freunde

John Best weist Alba im Duell gegen Wendell Alexis den Weg zum Erfolg

Benedikt Voigt

Berlin. Am Ende des Abends wusste John Best nicht, wo er essen wird. „Wendell Alexis sucht das Restaurant aus“, sagte der Basketballprofi von Alba Berlin. Best hatte sich zum Abendessen mit jenem Mann verabredet, mit dem er zuvor auf dem Parkett um jeden Millimeter gerungen hatte. Den er schubste, zerrte und boxte. Alexis nahm das seinem Freund nicht übel. Der 39-Jährige sagte: „Alba hat ihn angewiesen, so zu spielen.“

Wer wüsste es besser, wie gegen Wendell Alexis vom Mitteldeutschen BC zu verteidigen ist, als jener Verein, für den dieser sechs Jahre lang spielte? Bei Albas Erfolg über den Mitteldeutschen BC (90:72) blieb der beste Werfer der Bundesliga mit sieben Punkten weit unter seinem Durchschnitt von 23,7 Punkten. „Man muss Alba Respekt zollen“, sagt MBC-Trainer Henrik Dettmann, „die haben Alexis keine Chance gegeben.“ Da das Spiel seiner Mannschaft auf den Oldie zugeschnitten ist, erwies sich das als Schlüssel für den Berliner Sieg. „Wir mussten etwas anderes finden, aber dazu braucht man mehr Erfahrung“, sagte Dettmann, „wir sind noch nicht in der Lage, gegen solch eine Leistung zu gewinnen“, sagte Dettmann. Doch auch sein Team hatte in der hochklassigen ersten Halbzeit zu dem Basketballfest beigetragen.

Es hatte mit Standing Ovations für den Rückkehrer vom Mitteldeutschen BC begonnen. „Der Empfang war okay“, sagte Alexis trocken, „aber ich habe die Emotionen nicht in mein Spiel kommen lassen.“ Es endete mit dem Jubel der Berliner Fans über die beste Saisonleistung ihrer Mannschaft. „Es geht nur mit Leidenschaft und Spaß am Basketball“, sagte Emir Mutapcic, „ich hoffe, dass meine Mannschaft daraus etwas lernt.“ Vor knapp zwei Wochen hatte Alba genau das vermissen lassen und gegen Wroclaw eine blamable Leistung geboten.

Nun aber motivierte die Rückkehr von Wendell Alexis die Berliner zu großem Einsatz. DeJuan Collins führte Alba mit 21 Punkten und sechs Assists an. Der spektakuläre Dunking des 1,87 Meter großen Aufbauspielers über den acht Zentimeter größeren Misan Nikagbatse hinweg hatte die meisten Zuschauer vor Begeisterung von ihren Sitzen gerissen. Stefano Garris setzte seinen Aufwärtstrend der letzten Woche fort und erzielte 16 Punkte. Szymon Szewczyk (13 Punkte) half in der Verteidigung gegen Alexis immer dann aus, wenn sich John Best auf die Bank setzte. Zudem gelangen dem Polen zwei wichtige Ballgewinne. „Mann, er hat gespielt wie die NBA-Legende Willis Reed“, sagte John Best, „ich glaube, ich muss ihn in der nächsten Woche einmal zum Essen einladen.“

Doch auch John Best gebührt das Lob seines Trainers. Der 32-Jährige stellte seine Offensivqualitäten hintenan und konzentrierte sich auf das Duell mit Alexis. „Seit Saisonbeginn erzählt mir der Trainer, wie ich verteidigen muss“, sagt Best, „heute habe ich verteidigt wie noch nie zuvor in meinem Leben – ich hoffe, er ist zufrieden damit.“ Was aber bedeutet der vierte Sieg in Folge in der Bundesliga für das Europaligaspiel am Mittwoch gegen Tau Vitoria? Best sagt: „Es kann nur noch nach oben gehen.“

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