Kampf gegen Doping : WADA verbietet Schwarzmarkt-Produkte

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) will Dopingmissbrauch weiter eindämmen. Ab kommendem Jahr wird die Einnahme von Mitteln verboten, die vor der Genehmigung durch die Pharma-Industrie bereits auf dem Schwarzmarkt zu kaufen sind.

Schwarzmarkt-Produkte gelten ab Januar 2011 auch als Dopingmittel.
Schwarzmarkt-Produkte gelten ab Januar 2011 auch als Dopingmittel.Foto: dpa

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat auf ihrer Verbotsliste für 2011 eine neue Klasse für Substanzen geschaffen, die vor der Genehmigung durch die Pharma-Industrie bereits auf dem Schwarzmarkt zu kaufen sind. „Die Absicht ist, dass wir Dinge beobachten, die auf dem Schwarzmarkt kursieren und von der Pharmaindustrie noch nicht freigegeben worden sind“, erklärte Wada-Generaldirektor David Howman am Mittwoch in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. „Noch während der Entwicklungsphase gelangen solche Substanzen auf den schwarzen Markt.“

Das Blutdopingmittel Cera, eine Weiterentwicklung von Epo, ist dafür ein gutes Beispiel. Es kam im Mai/Juni 2008 offiziell auf den Markt, war aber schon 2005 auf dem Schwarzmarkt verfügbar. Der Missbrauch mit Cera hatte Doping-Skandale im Radsport und bei den Olympischen Spielen ausgelöst. Bei Nachanalysen der Proben von Peking 2008 waren unter anderem der deutsche Radprofi Stefan Schumacher und sein italienischer Kollege Davide Rebellin sowie der 1500-Meter-Olympiasieger Rashid Ramzi (Leichtathletik) nachträglich des Cera-Dopings überführt worden.

„Ich denke, keiner wird das Vergangene vergessen. Doch wir wollen mehr in die Zukunft schauen“, sagte Howman. „Da waren keine Lücken, es waren mehr Löcher.“ Beschlossen wurde die neue Verbotsliste am vergangenen Wochenende auf einer Sitzung in Montréal. Sie wird am 1. Januar 2011 in Kraft treten. (dpa)

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