Sport : KANADA

Fußball ist in Kanada vor allem ein Mitmachsport und deshalb besonders beliebt bei jungen Frauen. Auch die Nationalmannschaft kann internationale Erfolge aufweisen, nur diesmal nicht

In Kanada sind die Rollen klar verteilt. „Eishockey ist für Jungs, Fußball für Mädchen“, sagt Carolyn Bell, die Verteidigerin der McGill University. Hier, an der renommierten Universität, hat die Biologiestudentin für ihre Dribbelkünste ein Stipendium bekommen. Durch den Fußball kam sie auch schon mal nach Deutschland: Mit 16 Jahren nahm sie an einem Trainingscamp in Herzogenaurach teil.

Die kanadische Nationalmannschaft erlebte 2010 das erfolgreichste Jahr ihrer Geschichte: drei Siege bei internationalen Turnieren und der Aufstieg in die Top 10 der Welt, auf Platz neun, noch vor den Engländerinnen. Im Januar 2011 wurde das Team unter Leitung der Trainerin Carolina Morace beim Vier-Länder-Turnier in China Zweiter. Bei der WM ist es allerdings schon ausgeschieden.

Die Nationalmannschaft der Männer dagegen ist bislang nicht über Rang 40 hinausgekommen. „Fußball ist in Kanada kein Zuschauersport, sondern ein Mitmachsport. Die Mädchen spielen vor allem aus Freude am Spiel“, erklärt Marc Mounicot, der 2010 als „Trainer des Jahres für Frauenmannschaften“ ausgezeichnet wurde. Was den Fußball angeht, so liegen die kanadischen Frauen also vor den Männern; in der Arbeitswelt ist es genau andersherum. Frauen verdienen in der Provinz Québec durchschnittlich nur 73 Prozent des Gehalts der Männer. Auch hier herrscht eine klare Rollenverteilung.

Das Goethe-Institut beurteilt im Tagesspiegel die Rolle der Frau und des Frauenfußballs in den WM-Ländern.

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