Kanu-WM : Max Hoff verpasst Olympia-Platz

Zum Auftakt der Kanu-WM in Duisburg sind acht von neun Booten des Deutschen Kanu-Verbandes ins Finale eingezogen. Der Kölner Max Hoff schied im Kajak-Einer allerdings aus und verpasste den erhofften Olympia-Startplatz.

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Max Hoff: Voll reingekalbt, aber am Ende doch ausgeschieden. -Foto: dpa

DuisburgIm Regen von Duisburg ist der deutsche Traum von zwölf direkten Olympia-Startplätzen weggespült worden. Angeführt vom dreimaligen Olympiasieger Andreas Dittmer erreichten zwar acht der neun Boote des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) zum WM-Auftakt die Endläufe, doch Max Hoff (Köln) scheiterte bei Dauerregen auf der Wedau im Kajak-Einer über 1000 Meter und verpasste den erhofften Olympia-Quotenplatz. Dagegen präsentierte sich Dittmer im Canadier-Einer in glänzender Form und zog mit Vorlauf- und Halbfinal-Sieg sicher in das Finale seiner letzten WM ein. In den Semifinal-Läufen gab es für den DKV drei Siege, in den Vorläufen hatten sich bereits vier Boote direkt für die Endläufe am Samstag qualifiziert.

Dittmer hochmotiviert

"Ich bin gut in den Wettkampf gekommen", sagte Dittmer, der seine Karriere in einem Jahr bei den Olympischen Spielen beenden möchte. Hochmotiviert ging der achtmalige Weltmeister bei ungemütlichem Wetter mit Wind auf die Strecke, auf der der Ausnahme-Kanute seine ersten Weltcup-Siege geholt hatte. "Er ist sehr konzentriert, möchte sich hier nicht überraschen lassen", sagte Bundestrainer Reiner Kießler, der trotz des Ausscheidens von Hoff milde Töne anstimmte. "Das ist ein kleiner Wermutstropfen, aber wir werden ihm nicht den Kopf abreißen. Es ist seine erste WM", sagte Kießler.

Pudelnass, mächtig enttäuscht und vor allem ratlos stand Hoff nach seinem K.o. im Zielraum herum. "Es ging nicht heute, ich weiß nicht warum", sagte der Wildwasser-Welt- und Europameister, der erst in dieser Saison den Schritt zu den olympischen Rennsportlern gewagt hatte und insgesamt auf eine gute Saison zurückblicken kann. Nach dem Halbfinal-Aus des 24-Jährigen kann der DKV in Duisburg maximal noch elf der erhofften zwölf Quotenplätze für Olympia sichern. Erst bei der EM in einem Jahr besteht für den DKV die Möglichkeit, das Start-Ticket im Kajak-Einer über 1000 Meter für Peking nachzulösen.

Erstmals Doping-Kontrollen bei Halbfinals

Jeweils als Sieger vor den starken Ungarn beendeten Andreas Ihle/Rupert Wagner (Magdeburg/Essen) im Kajak-Zweier und Christian Gille/Tomasz Wylenzek (Leipzig/Essen) im Canadier-Zweier die Halbfinalläufe über 1000 Meter. "Wir haben den Ungarn gezeigt, dass es geht", sagte Olympiasieger Gille nach den Halbfinals, in denen es erstmals bei Weltmeisterschaften Doping-Kontrollen gab. Bislang wurde nur nach Finals kontrolliert.

Für einen perfekten Auftakt hatte am Vormittag der Kajak-Vierer der Damen um die Olympiasiegerinnen Carolin Leonhardt (Mannheim) und Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) sowie Maren Knebel (Karlsruhe) und Conny Waßmuth (Magdeburg) gesorgt. Mit einem Vorlaufsieg über 500 Meter vor Italien und China zog er direkt in den Endlauf ein. Mit einem Sieg kam auch Friederike Leue (Magdeburg) im Kajak-Einer über 1000 Meter gleich in den Endlauf. Dem Kajak-Zweier Gesine Ruge/Judith Hörmann (Leipzig/Karlsruhe) genügte dazu ein zweiter Rang wie auch dem Canadier-Vierer um den nach Magenproblemen wieder genesenen Schlagmann Robert Nuck (Leipzig).

Mit dem zurückgekehrten Schlagmann Lutz Altepost erreichte der Kajak-Vierer als Dritter das Halbfinal-Ziel und damit das Finale. "Die Olympiaqualifikation steht außer Frage. Aber wir wollen auch eine Medaille machen", sagte der Schlagmann.

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