Kapitäns-Nachfolge in der Nationalelf : Boateng ist der Richtige

Der Posten als Kapitän der Nationalmannschaft ist vakant. Jerome Boateng würde gern übernehmen. Er wäre eine kluge Wahl.

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Alter Kapitän und vielleicht der neue? Bastian Schweinsteiger und Jerome Boateng.
Alter Kapitän und vielleicht der neue? Bastian Schweinsteiger und Jerome Boateng.Foto: Christian Charisius/dpa

Nach Bastian Schweinsteiger kommt erst einmal lange – nichts. Zwölf Jahre Nationalmannschaft, zuletzt allerdings war der gebürtige Bayer nicht einmal mehr Stammspieler. So jemand taugt kaum als Führungsspieler. Aber seit seinem Rücktritt ist die Diskussion vorbei, die Mannschaft braucht eine neue Führung. Einer hat nun schon Anspruch angemeldet: Jerome Boateng. Er gilt nicht als Favorit in der Nachfolge, die Rolle kommt eher Manuel Neuer zu. Er ist der vielleicht beste Torhüter der Welt, er dirigiert vom Strafraum aus, denkt mit und mischt sich ein. So einen braucht es auf dem Platz. Aber so hat Neuer schon agiert, als noch Schweinsteiger und vor ihm Philipp Lahm das Sagen hatten. Im Grunde stand da immer ein Führungsduo auf dem Platz, Neuer braucht die Kapitänsbinde gar nicht. Was das gebracht hat? Unter anderem einen Weltmeistertitel.

Als Kapitän repräsentiert er sein Land

Warum also nicht Boateng? Der Innenverteidiger ist leistungsstark in der Liga wie auch im Nationalteam. Bei der Europameisterschaft hat er manches Gegentor verhindert, sein spektakulärer Rettungseinsatz auf der Grundlinie war eines der schönsten Bilder des Turniers. Wer Führungsspieler sein will, braucht aber mehr als nur Talent, er braucht bestimmte Charakterzüge. Boateng ist auf dem Platz besonnen wie bescheiden, lässt sich weder provozieren noch aus der Ruhe bringen – alles Eigenschaften, die schon Lahm und Schweinsteiger als Kapitäne auszeichneten.

Boateng hatte zuletzt betont, welche Verantwortung das Amt des Kapitäns mit sich bringt. Die beschränkt sich nicht bloß auf das Sportliche, sondern in dieser Funktion repräsentiert er auch das Land. Für einen Aufreger sorgte zur EM der AfD-Politiker Alexander Gauland, der befand, die Leute würden jemanden wie Boateng zwar als Spieler mögen, aber nicht als Nachbarn haben wollen. Der in Berlin geborene Boateng hat einen ghanaischen Vater. Gerade weil solche Diskussionen in Deutschland noch immer geführt werden, wäre es ein wichtiges Signal, Boateng zu nominieren. Er ist der Richtige, als Spieler, als Nachbar, als Kapitän.

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