Sport : Kaputt, dreckig, alt

Das Trainingsgelände des 1. FC Union ist marode – das weiß nun auch Sportsenator Böger

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Berlin. Als Sportsenator Klaus Böger am Freitagnachmittag seinen Wagen vor der Geschäftsstelle des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union parkte, da wurde er schon erwartet. Ein paar Union-Fans drückten ihm einen dicken Papierbatzen in die Hand – die Unterschriftenliste für den Ausbau des Fußballstadions an der Alten Försterei. Böger nickte, legte den Papierstapel im Kofferraum ab und verschwand im Büro von Heiner Bertram, dem Präsidenten des 1. FC Union.

Um die Stadionfrage sollte es an diesem Nachmittag eigentlich nicht gehen. Bertram hatte Böger eingeladen, um ihn von der Notwendigkeit der Sanierung des Trainingsgeländes zu überzeugen. Die beiden Rasenplätze hinter dem Stadion sind hart, uneben, und wegen der vielen Spiele konnten sich die Gräser in den vergangenen Jahren nie erholen. Nebenan sieht es noch schlimmer aus: Dort muss der Nachwuchs auf Schotterplätzen trainieren. Sportsenator Böger sagte, dass „die Verletzungsgefahr auf diesen Böden gewaltig ist“.

Die Flutlichtanlage dort gibt im Winter immer wieder den Geist auf. Auch die Umkleidekabinen sind nicht gerade gemütlich. Oft fällt die Heizung aus, die Wände sind beschmiert. Um Unions Trainingsgelände, das auch Schulmannschaften nutzen, ordentlich zu sanieren, wären etwa 1,3 Millionen Euro notwendig. Gebaut wird jetzt auf jeden Fall ein Kunstrasenplatz – das fordert die Deutsche Fußball–Liga von ihren Profiklubs.

Unions Präsident Bertram aber will mehr als die kurzfristige Sanierung des Trainingsgeländes. Vor allem im Stadion an der Alten Försterei müsse etwas getan werden. Union und der Bezirk Köpenick haben ein Grundkonzept erarbeitet: Der Umbau würde rund 30 Millionen Euro kosten. „So ein Bauvorhaben ist nicht einfach“, sagte Böger. „Da müssen Stadt, Bezirk und vor allem Bund zusammenarbeiten. Anders geht es nicht. Sie kennen ja die finanzielle Lage der Stadt.“ Dass Böger keine Zusage zum Ausbau erteilen würde, war Bertram klar. Wichtig war vor allem, dass sich ein Politiker dort blicken lassen hat. Es wird weitere Gespräche nach der Bundestagswahl geben, sagte Böger. Und Bertram war zufrieden. André Görke

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