Sport : Karlsruhe muss für Rom büßen

Werder Bremens Wiedergutmachung für die Champions League endet mit 4:0

Olaf Dorow[Bremen]

Sie hatten schlecht geschlafen in den letzten Tagen. Zumindest musste man das annehmen, denn Werders gestriger Kapitän Tim Borowski sprach von „schlechten Einschlafphasen“ nach dem miserablen Spiel in der Champions League gegen Lazio Rom. Das war nicht so gut für den Karlsruher SC. Denn Karlsruhe bekam all die Wut und all den Wiedergutmachungswillen ab, der sich in Bremen seit Dienstag aufgestaut hatte.

Besonders bei Diego. Der Mann, den man am Ende der Blamage von Rom noch mit Gelb-Rot vom Platz geschickt hatte, schwang sich zum Vater des eindrucksvollen 4:0 gegen den KSC auf. Er schoss ein Tor, das zum Tor des Monats taugt, dann gleich noch eines, und bereitete den dritten Treffer durch Hugo Almeida per Steilpass vor. Kurz darauf ließ Naldo per Kopf das vierte folgen. „Wir haben in dieser Höhe verdient verloren“, urteilte der KSC-Verteidiger Maik Franz.

Dabei hatte der Aufsteiger überhaupt nicht enttäuscht im Weserstadion. Als das Spiel noch 20 Minuten jung war, hatte man schön und schnell vorgetragene Konter und erstklassige Chancen für die Gäste aus Baden notieren können und nur einen wuchtigen Mertesacker-Kopfball für Bremen. Doch dann kam Diego. Der kleine Spielmacher stand irgendwo im Niemandsland vor dem KSC-Strafraum – und schoss das 1:0. „Ich habe geschaut, wo der Torwart stand und dann habe ich mit Gefühl geschossen“, sagte der Brasilianer. Der Ball senkte sich hinter dem eigentlich gar nicht so schlecht postierten KSC-Keeper Kornetzky ins Netz. Dieses Tor raubte nicht nur 40 000 Menschen in der Bremer Arena den Atem. „Es hat uns aus dem Rhythmus gebracht“, analysierte der Karlsruher Trainer Edmund Becker.

Umgekeht befand Beckers Bremer Kollegie Thomas Schaaf: „Das Tor hat uns die Sicherheit gegeben, die wir brauchten.“ Von diesem Augenblick an lief es wie geschmiert in Werders Ensemble. Eine Chance jagte die nächste. Andreasen traf dabei den Pfosten. Doch auch das 2:0 blieb Diego vorbehalten. Daniel Jensen, der statt des mit gebrochener Nase pausierenden Frank Baumanns vor der Abwehr beeindruckte, bediente ihn vorzüglich. Diego zog unwiderstehlich davon. Von zehn Spielern wären neun hingefallen, als Verteidiger Görlitz zu retten versuchte. Diego hielt sich irgendwie auf den Beinen und erzielte kurz vor der Pause das 2:0.

Es gab nun niemanden mehr im Stadion, der noch an eine Wende glauben mochte, auch nicht in der Karlsruher Kabine. Die Badener fügten sich dann in ihr Schicksal, kassierten noch die weiteren Treffer und schafften es immerhin, nicht ganz unterzugehen. Es war nichts zu machen gegen die wütenden Bremer. Und schon gar nicht gegen Diego.

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