Karlsruhe - Schalke : Kuranyi trifft, Franz tritt

Schalke siegt 3:0 in Karlsruhe. Dabei schießt sich Kevin Kuranyi weiter den Frust von der Seele. Maik Franz, der raubeinige Kapitän der Badener, rastet aus und fliegt vom Platz.

Oliver Trust
Maik Franz
Der Karlsruher Maik Franz fliegt vom Platz. -Foto: ddp

Karlsruhe - Es gab viele Momente, die sich für die Wahl zur Szene des Spiels empfahlen. Am spektakulärsten beim 3:0 (2:0)-Sieg des FC Schalke 04 beim Karlsruher SC war aber ohne Zweifel der Tritt des KSC-Kapitäns Maik Franz, mit dem er nach seinem Platzverweis die Lehne vom Plastikstuhl am Spielfeldrand säbelte. Die Schalker verfolgten die Dekonstruktion des Möbelstücks mit grinsenden Gesichtern – nach vier Bundesligaspielen ohne Sieg gab es endlich wieder drei Punkte auf einen Schlag.

Es war ein verdienter Sieg für Schalke. Sieben Ecken nach 14 Minuten untermauerten die Überlegenheit, die sich auch in Chancen ausdrückte: Kevin Kuranyi, Halil Altintop, Jermaine Jones, Heiko Westermann, wieder Kuranyi und Ivan Rakitic spielten sie heraus. Die siebte nutzte Abwehrchef Marcelo Bordon nach Pass von Kuranyi mit einem flachen Rechtsschuss. Überhaupt Kuranyi: Nach seinem Gala-Auftritt im Uefa-Cup blühte der Schalker nach seinem Abschied aus der Nationalelf weiter auf. Mit Einsatzwille und Spielwitz ging er in Karlsruhe zu Werke und erzielte seinen fünften Saisontreffer. Nach einem Freistoß von Orlando Engelaar köpfte er zur 2:0-Führung ein und wurde zur prägenden Figur des Spiels.

Das gelang vor allem Schalkes Torwart Manuel Neuer weniger. Diverse Unsicherheiten des Keepers verhalfen dem schwachen KSC zu Chancen. Erst legte er sich den Ball viel zu weit vor, Alexander Iashvili aber schoss neben das Tor. Später konnte Joshua Kennedy köpfen, weil Neuer patzte und Westermann musste auf der eigenen Linie retten.

Die Schüsse des KSC fanden aber nicht den Weg ins Tor. Die Karlsruher kassierten die vierte Niederlage in Folge, rutschten in der Tabelle weiter in Richtung Abstiegszone und müssen am Samstag in Hoffenheim auch noch ohne Maik Franz auskommen. Der Kapitän hatte mit seiner gewohnt provozierenden Art tumultartige Szenen ausgelöst, an deren Ende er Gelb-Rot sah. Zunächst ging Franz Schalkes Jefferson Farfan unfair an, ungeahndet von Schiedsrichter Fandel. Als Farfan zum Revanchefoul ansetzte, stürzte Franz theatralisch, es kam zur wilden Diskussionen und Franz provozierte Schalkes Bank mit wilden Gesten. Daraufhin flog er vom Platz und nahm den Stuhl auseinander. Die letzte Szene aber blieb den Schalkern vorbehalten: Jefferson Farfan traf zum Endstand. Oliver Trust

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