Karlsruhe - Stuttgart : Fehlstart des Meisters

Der VfB Stuttgart entfernt sich immer mehr von der meisterlichen Form der Vorsaison und verliert das Derby in Karlsruhe.

Marc Zeilhofer[dpa]
Thomas Hitzlsperger Foto: dpa
Thomas Hitzlsperger und seine Mannschaft hatten das Nachsehen. -Foto: dpa

KarlsruheDer VfB Stuttgart entfernt sich immer weiter von seiner Meister-Form und hat den Saisonstart in der Fußball-Bundesliga endgültig verpatzt. Die Mannschaft von Trainer Armin Veh unterlag im brisanten "Ländle"-Derby beim Karlsruher SC mit 0:1 (0:0) und kassierte damit die zweite Niederlage im zweiten Auswärtsspiel. Im mit 29.949 Zuschauern ausverkauften Wildparkstadion schoss KSC-Spielmacher Tamas Hajnal in der 54. Minute das Tor des Tages und katapultierte die Gastgeber mit dem zweiten Saisonsieg ins Tabellen-Mittelfeld, während der VfB den Abstiegsplätzen entgegentaumelt. Angesichts ihrer Brisanz fand die Partie unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt, die befürchteten Randale blieben bis zum Schlusspfiff jedoch aus.

Bei den Hausherren, die auch das letzte Bundesliga-Derby der beiden Teams im Mai 1998 mit 4:2 gewonnen hatten, ersetzte Sebastian Freis in der Startformation Edmond Kapllani als einzige Spitze. Hajnal kehrte nach verheiltem Muskelfaserriss zurück. Die Gäste konnten im Mittelfeld wieder auf Sami Khedira zurückgreifen, der zwei Wochen wegen einer Sprunggelenksverletzung pausiert hatte. Die Stuttgarter erwischten den besseren Start, nur KSC-Schlussmann Markus Miller verhinderte eine frühe Führung des Meisters. Zunächst lenkte der Keeper einen Flachschuss von Mario Gomez um den Pfosten (6.), dann klärte er gegen den frei vor ihm auftauchenden Millioneneinkauf Ciprian Marica (10.). "Da muss ich ein bisschen mehr Zielstrebigkeit an den Tag legen, nur mit Schönspielerei kommen wir nicht weiter", haderte VfB-Manager Horst Heldt zur Pause mit seinem Sturmduo.

Kaum Impulse aus dem Mittelfeld

Die beste Chance der Anfangsphase hatten sogar die Gastgeber, doch Ludovic Magnin klärte in letzter Sekunde souverän vor Freis. Danach sahen die Zuschauer eine zwar intensive, aber zerfahrene Begegnung. Die Karlsruher wirkten nach zuletzt zwei Niederlagen lange gehemmt und zögerlich im Offensivspiel. Auch dem VfB war der Druck nach dem mäßigen Saisonstart anzumerken. Im Angriff gelang dem Duo Gomez/Marica wenig, aus dem Mittelfeld kamen kaum Impulse.

Kurz nach dem Seitenwechsel rettete zunächst wiederum Miller gegen Marica und Khedira (49.). Vier Minuten später bestrafte dann Hajnal die zu weit aufgerückten Stuttgarter, als er auf Vorlage von Christian Timm einen Konter des KSC mit dem 1:0 vollendete. Für den vom 1. FC Kaiserslautern zum Liga-Neuling gewechselten Ungarn war es im dritten Spiel bereits der dritte Saisontreffer. Die Gäste erhöhten jetzt ihre Bemühungen. Doch Abwehrchef Fernando Meira (56.), Marica (61.) und der eingewechselte Ewerthon (68.) scheiterten. Insgesamt aber ließen die enttäuschenden Stuttgarter auch in der Schlussphase das nötige Aufbäumen gegen die zweite Saisonpleite vermissen. Thomas Hitzlsperger und Ewerthon vergaben in den Schlusssekunden noch die Riesen-Ausgleichschance.

Am Rande des Süd-Schlagers waren wegen befürchteter Ausschreitungen auf 1000 verdreifacht. Fans hatten zuvor mit zahlreichen Drohungen via Internet Öl ins Feuer gegossen. Die Sorge der Sicherheitskräfte erwies sich jedoch als unbegründet.

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