Sport : Karneval in Krefeld

Die Pinguine gewinnen 4:2 gegen die Berliner Eisbären und schaffen damit den Ausgleich in der Halbfinalserie

Claus Vetter

Krefeld. Dass im Rheinland gern und ausgiebig gefeiert wird, ist hinlänglich bekannt. Insofern konnte es nicht überraschen, dass gestern Nachmittag großer Trubel in der Krefelder Rheinlandhalle herrschte. Rund 7000 Zuschauer sorgten für ohrenbetäubenden Lärm. Allein die Gäste aus Berlin waren zu der Party nicht geladen und verzogen sich nach der Schlusssirene auch ganz schnell. Aus gutem Grund: Nach einer desolaten Vorstellung unterlagen die Eisbären den Pinguinen 2:4 (1:1, 0:2, 1:1). Die erste Partie der nach dem Modus Best of five gespielten Halbfinalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft hatten die Berliner am Freitag 4:1 gewonnen. Jetzt steht es 1:1 zwischen den Eisbären und den Pinguinen.

Pierre Pagé war sichtlich verstimmt. Der Eisbären-Trainer konnte sich kaum beruhigen, fuchtelte mit seinen Armen herum, einen Eiskunstläufer imitierend. „Das war nicht unsere Mannschaft“, sagte Pagé. „Meine Spieler waren mit den Gedanken woanders. Die haben zugeschaut, wie Krefeld ein sehr gutes Spiel gemacht hat. Bei uns stimmte die mentale Vorbereitung nicht.“ Dabei hätte das Spiel für die Eisbären kaum besser beginnen können. Nur 68 Sekunden waren gespielt, da hatte Sven Felski einen Schuss von John Gruden ins Krefelder Tor abgefälscht. Doch wer nun erwartete, die Krefelder würden sich wie bei ihrem schwachen Auftritt in Berlin schnell ihrem Schicksal ergeben, der sah sich getäuscht. Vor allem die erste Krefelder Sturmreihe mit dem torgefährlichen Duo Christoph Brandner und Brad Purdie wirbelte nach Belieben. Am Freitag, bei der 1:4-Niederlage in Berlin, hatten die beiden noch arg enttäuscht. Gestern aber nutzten Brandner und Purdie die ihnen von Trainer Butch Goring großzügig eingeräumte Eiszeit. Der Österreicher und der Kanadier, sie besiegten die Eisbären mit je zwei Toren beinahe im Alleingang. Das erste Tor gelang Brandner kurz vor Schluss des ersten Drittels, als er durch die Schoner von Berlins Torhüter Richard Shulmistra zum 1:1 traf.

Im zweiten Drittel gönnten sich dann fast alle Eisbären-Spieler eine Verschnaufpause. So desolat hat sich die Mannschaft von Trainer Pierre Pagé in dieser Spielzeit selten präsentiert. Binnen drei Minuten schoss Purdie die Krefelder 3:1 in Führung. Nur mit viel Glück retteten sich die Eisbären mit dem Zwei-Tore-Rückstand in die zweite Pause.

Dass es dann schließlich wieder besser lief, lag vielleicht auch an einer etwas lauteren Kabinenansprache von Pagé. Nur 41 Sekunden nach Wiederbeginn traf Ricard Persson zum 2:3. Das Tor des schwedischen Verteidigers leitete allerdings nicht die Wende ein. Als die Berliner auf den Ausgleich drängten, zog abermals Brandner allein davon und erzielte sein zweites Tor. Somit steht zumindest fest, dass die Berliner am kommenden Sonntag wieder in Krefeld und dann zur vierten Halbfinalpartie antreten. Fortgesetzt wird das Duell aber zunächst am Freitag im Sportforum. Der Gedanke daran beflügelte manchen Berliner schon gestern. „Ich stelle mal die Behauptung auf, dass wir am Freitag gewinnen“, sagte Stürmer Florian Keller.

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