Sport : Karriereende in Kassel: Abstreiter bleibt bei DEL-Klub

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Berlin - Erst waren die Fronten verhärtet, plötzlich haben sich dann wieder alle lieb: So recht verstehen lässt sich das, was sich in den vergangenen Tagen bei den Kassel Huskies ereignet hat, nicht. Gestern verkündete Tobias Abstreiter, dass er bei seinem Arbeitgeber bleiben werde. Erst am Donnerstag hatte der Stürmer gesagt, dass er den abstiegsgefährdeten Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) verlassen werde. Die Huskies hatten am Dienstag Trainer Bernhard Englbrecht beurlaubt – ohne Abstreiter und die Mannschaft davon vorab zu informieren. „Ich sehe für mich in Kassel keine Zukunft mehr“, hatte der 35 Jahre Abstreiter daraufhin gesagt. Er werde nun einen Auflösungsvertrag unterschreiben. Abstreiter kritisierte Kassels Klubchef Rainer Lippe, den Verantwortlichen für die Beurlaubung von Englbrecht: „Lippe hat vor der Saison versprochen, sich aus sportlichen Dingen rauszuhalten. Dieses Wort hat er jetzt gebrochen.“

Am Sonntag nun kam der Rücktritt vom Rücktritt. Bereits beim Heimspiel der Huskies gegen die Krefeld Pinguine gehörte Abstreiter wieder zum Kader der Hessen (bei Redaktionsschluss war das Spiel noch nicht beendet). Der Spielerrat der Huskies habe ihn von seinen Rücktrittsgedanken abgebracht und ihn zur Fortsetzung seiner Karriere in Kassel bewegt, teilte Abstreiter im Fernsehsender Premiere mit. „Die Spieler haben auf mich eingeredet. Sie haben mir gesagt, wie wichtig es ist, dass ich ihnen im Abstiegskampf helfe“, sagte der Stürmer. „Ich bin mir sicher, dass wir nicht in die Play-downs rutschen werden. Duisburg und Augsburg werden den Absteiger ausspielen.“

Auf der offiziellen Homepage der Huskies hieß es: „Geschäftsführer Rainer Lippe und Tobias Abstreiter haben die unglückliche Angelegenheit, die zum Zwist geführt hat, erörtert und aus der Welt geschaffen.“ Dabei ist man Abstreiter wohl ein Stück weit entgegen gekommen. Nun will der Klub den Spieler, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, langfristig binden. Nach der Saison soll Abstreiter als Sportlicher Leiter in Kassel arbeiten. Abstreiter sagte dazu gestern im TV-Interview: „Das kann ich mir durchaus vorstellen.“

Auch ansonsten bemühen sich die Huskies, ihr ramponiertes Bild in der Öffentlichkeit mit positiven Meldungen zu korrigieren: Nach der am Freitag erfolgten Vertragsverlängerung von Martin Hlinka vermeldete Kassel den Verbleib eines weiteren Stürmers. Der US-Amerikaner Ryan Kraft hat seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag bis 2008 mit Option auf eine weiteres Jahr verlängert. Der Center, der zu Saisonbeginn von Nordamerika nach Kassel wechselte und gerade seine erste DEL-Spielzeit absolviert, ist einer der Leistungsträger der Huskies. Tsp

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