Sport : Karwan ohne Kleider

Der Herthaner spielte nicht, weil er sein Trikot vergessen hatte

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Bartosz Karwan hat die Rückennummer 13 bislang kein Glück gebracht. Bei Hertha BSC ist er der klassische Bankdrücker. Viermal eingewechselt, gerade mal 114 BundesligaMinuten auf dem Platz gestanden – eine dürftige Bilanz für einen, der fast 20 Länderspiele für sein Heimatland Polen bestritten hat. Am Sonnabend, beim Duell mit Leverkusen, hat sich Karwan, seit Saisonbeginn bei Hertha, selbst um einen weiteren Einsatz gebracht.

In der 88. Minute will Trainer Huub Stevens den Polen wieder einmal aufs Feld schicken. Karwan zieht die Trainingsjacke aus – und merkt zu seinem Schreck, dass er kein Trikot anhat. Was tun? Ein Betreuer bietet sich an, das Trikot aus der Kabine zu holen. Die freilich ist seit dem Umbau des Olympiastadions rund 200 Meter entfernt, nahe dem Marathontor. Und die Uhr läuft weiter.

Stevens ist sauer. Er schickt Karwan wieder auf die Bank, verzichtet auf eine weitere Einwechslung. Der Blick, mit dem er Karwan straft, sagt genug. Gestern gab es beim Training noch einmal Schelte. Ob es auch eine vereinsinterne Geldstrafe geben werde, wurde Stevens gefragt. Stevens konnte wieder lächeln. „Nein, so was ist im Bußgeldkatalog nicht vorgesehen“, sagt er. Ohnehin – Karwan hat sich selbst genug bestraft. Und seine Chance, demnächst wieder eingewechselt zu werden, hat sich gewiss nicht erhöht. –cc–

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