Sport : Kaum besser, aber ruhiger

Die Eisbären Berlin reichen mit einem 3:2 den letzten Platz an Hamburg weiter.

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Mühsame Angelegenheit. Das Duell in Berlin war wenig glanzvoll. Foto: dpa
Mühsame Angelegenheit. Das Duell in Berlin war wenig glanzvoll. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Die Eisbären sind nicht mehr Letzter in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL): Gegen die Hamburg Freezers gewannen sie am Freitagabend ihr Heimspiel in der Arena am Ostbahnhof vor 12 400 Zuschauern mit 3:2 (2:1, 0:0, 1:1) und reichten den letzten Platz an den Gegner weiter.

Es war kein glanzvoller, sondern ein erzitterter und hart erkämpfter Sieg, aber dass im Spiel zwischen den beiden dem Anschutz-Konzern gehörenden deutschen Eishockeymannschaften die besseren Nerven entscheiden würden, war von vornherein wahrscheinlich gewesen. Sowohl die Eisbären als auch die ambitionierten Hamburger hatten den Saisonstart verpatzt, die Berliner standen vor dem Spiel auf dem letzten Tabellenplatz, die Gäste nur einen Rang davor.

Während man beim Deutschen Meister trotz des Fehlstarts Ruhe demonstrierte, wirkten die Nerven der Hamburger deutlich angespannter. In der Lokalpresse wurde vor dem Auftritt in Berlin bereits das „Wochenende der Wahrheit“ für Trainer Benoît Laporte ausgerufen. Um Job und Autorität zu sichern, ließ er unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren und baute seine Angriffsreihen kräftig um. Auch auf der Torwartposition setzten die Freezers ein Zeichen: Am Donnerstag verpflichteten sie den kurz zuvor in Iserlohn entlassenen Sébastien Caron. Das Experiment mit dem unerfahrenen Niklas Treutle, der den langzeitverletzten Stammkeeper Dimitri Kotschnew vertreten sollte, aber immer wieder Unsicherheiten gezeigt hatte, wurde damit auf radikale Weise beendet. In Hamburg war man mit der Geduld am Ende.

Der ruhige Weg der Berliner schien im Spiel zunächst der erfolgreichere zu sein: Ihr in dieser Saison bislang harmlose Überzahlspiel hatten sie in den vergangenen Tagen gezielt trainiert, und das trug schnell Früchte: Zwei Mal waren die Eisbären im ersten Drittel in Überzahl – und beide Male dauerte es nicht lange, bis sie trafen. Erst war Barry Tallackson erfolgreich, dann traf Shawn Lalonde per Schlagschuss nach dem zwischenzeitlichen Hamburger Ausgleich durch Nicolas Krämmer zum 2:1.

Immerhin dieses Element des Berliner Spiels funktionierte also wieder: Standen beide Mannschaften vollzählig auf dem Eis, hatten hingegen die Gäste die besseren Chancen. Die dominierten auch das zweite Drittel: Viel Glück hatten die Eisbären angesichts der zahlreichen Hamburger Großchancen nicht den Ausgleich zu kassieren. Auch im Powerplay fehlte den Gastgebern nun die Durchschlagskraft: Selbst eine fast zweiminütige Fünf-gegen-drei-Überzahl ließen sie ungenutzt, das Spiel drohte ihnen zu entgleiten. Mit Mühe und Not retteten die Eisbären die knappe Führung in die zweite Drittelpause.

Im Schlussabschnitt drängten die Gäste weiter auf den Ausgleich, verloren aber zunehmend die Ordnung. So kamen auch die Berliner wieder zu Chancen, von denen Mads Christensen eine zum dritten Eisbären-Tor nutzte. Ruhe kehrte dadurch nicht ein: Die Hamburger konnten noch einmal verkürzen und sorgten damit für eine turbulente Schlussphase, in der die Eisbären mit viel Glück den Ausgleich verhindern konnten. „Wir haben sehr hart gearbeitet, der Sieg kann uns jetzt auf den richtigen Weg bringen“, sagte Lalonde.

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