Sport : Kaum noch Zweifel: HSV bleibt ein Dino

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Hamburg - Ganz zum Schluss nahm Dino den nächstbesten Spieler an die Hand. Es war Dennis Aogo, und die beiden gingen zur Nordtribüne des Hamburger Stadions, wo die ganz harten Jungs sitzen und Lotto King Karl immer seine HSV-Hymne singt. Dino ist das Maskottchen des Vereins. Ein Plüschdinosaurier mit menschlichem Kern, selbstbewusste Anspielung darauf, dass der Hamburger SV schon bei der Gründung der Fußball-Bundesliga vor bald 49 Jahren dabei war. Noch vor ein paar Tagen war es gar nicht so sicher, ob der Bundesliga-Dino im Sommer in seine 50. Saison gehen würde, aber seit Samstag, seit dem 1:0-Sieg über Hannover 96, zweifelt kaum noch jemand daran. Entsprechend erleichtert setzten sich Dino, Dennis Aogo und seine Kollegen vor die Nordtribüne und lauschten den Gesängen.

Es wurde dies eine längere Angelegenheit, weil neben dem HSV-Sieg noch ein Torschütze mit dem komplizierten Namen Heung Min Son gefeiert und die lokale Konkurrenz aus St. Pauli beleidigt werden musste. Danach spazierten die Spieler auch noch einmal quer über den Platz zu den etwas gemäßigteren Fans auf der gegenüberliegenden Tribüne. Es gab unter den kritischen Beobachtern am Samstagnachmittag im Volkspark schon einige, die behaupteten, so viel wie nach dem Sieg über Hannover wären die Hamburger Profis in manchen Heimspielen en total nicht gelaufen. „Wir haben ja so, so, so lange nicht zu Hause gewonnen“, sagte Dinos bester Freund Dennis Aogo und drückte sich mit den vielen Sos geschickt um eine konkrete Angabe.

Tatsächlich war der letzte Hamburger Heimsieg auch ein gefühlter Dino, nämlich vier Monate und eine Woche alt. Am 5. Dezember hatte es ein 2:0 über den 1. FC Nürnberg gegeben und danach sieben sieglose Auftritte im Volkspark hintereinander. Am kommenden Wochenende nun reisen die Hamburger nach Nürnberg, und Thorsten Fink ist schon mal „gespannt darauf, ob die Mannschaft mir da auch zeigt, dass sie Abstiegskampf kann“. Der Hamburger Trainer hüpfte nach dem Sieg über Hannover seltsam ausgelassen über den Platz und herzte jeden, der in seine Nähe kam – ein Zeichen, wie ernst der HSV die Bedrohung genommen hatte. Sven Goldmann

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