Kaweh Niroomand über Pokalhalbfinale : "Eine Blamage für den Volleyballsport"

Weil der TSV Herrsching im Pokalhalbfinale sein Heimrecht an die BR Volleys abgeben muss, sind die Bayern und Berlins Manager über die Liga verärgert.

Kaweh Niroomand, Manager der BR Volleys, ist unzufrieden mit der Volleyball-Bundesliga.
Kaweh Niroomand, Manager der BR Volleys, ist unzufrieden mit der Volleyball-Bundesliga.Foto: dpa

Dass der TSV Herrsching sein Heimrecht für das Pokal-Halbfinale am 24. November an den Gegner BR Volleys abgeben muss, weil die eigene Nikolaushalle nicht den Verbands-Anforderungen entspricht, erzürnt die Bayern sehr, doch auch die Berliner kritisieren die Volleyball-Bundesliga (VBL). „Das ganze Verfahren ist eine einzige Blamage und keine Werbung für den Volleyballsport“, schimpfte Volleys-Manager Kaweh Niroomand. Erst am Tag nach dem Viertelfinale sei sein Verein durch eine Mitteilung der VBL auf die Entscheidung aufmerksam geworden. „Eine solche Kommunikationsstrategie ist katastrophal - von allen Seiten!“ Der Klub könnte die Kosten für das Halbfinale in Berlin in Höhe von 15.000 und 20.000 Euro kaum hereinbekommen, sagte Niroomand.

Der Arbeitskreis der höchsten deutschen Liga habe die Regelungen zu den Spielhallen bereits am 5. Juni 2015 zur Kenntnis genommen, erwiderte ein VBL-Sprecher. „In der Pokalspielordnung, die alle teilnehmenden Teams am 12. September zugesendet bekommen haben, wurde abermals die Arenenthematik angesprochen.“ Zudem würden die entsprechenden Beschlüsse in Abstimmung mit den Teams oder durch die Vereine selbst getroffen. Gemäß Liga-Masterplan muss ab dem Pokal-Halbfinale in einer Halle gespielt werden, die unter anderem mindestens 2500 Zuschauern Platz bietet. Die Nikolaushalle der Herrschinger, die erst ihre dritte Saison in der deutschen Eliteklasse bestreiten, kann aber nur 1000 Besucher beherbergen.

Herrsching hatte auf eine Ausnahme gehofft

„Ich würde mir wünschen, dass die VBL die Teams mehr einbindet und nicht so rigoros, fast wie ein Machthaber oder Diktator, sagt: So wird's gemacht. Wir sind doch alle mündige Bürger und können miteinander reden“, sagte Herrschings Manager Fritz Frömming, der in einer ersten Reaktion von einem „Tritt ins Gesicht“ gesprochen hatte. „Das wir das Heimspielrecht abgeben werden, es sei denn, es wird noch mal eine Ausnahme gemacht, war uns klar.“ Man könne doch eine Ausnahme machen, wenn sich die Vereine einigen.

Das sieht der VBL-Masterplan aber nun mal nicht vor. Das Konzept verpflichtet die Bundesligisten zu professionelleren Strukturen und mehr wirtschaftlicher Stabilität. Durch die Nikolaushalle werden aber gerade die Engpässe in diesem Masterplan sichtbar. (dpa)

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