Sport : Kehrmann bangt um Handball-WM

Hartmut Moheit

Mittelhandbruch beim 30:24 gegen Schweden Dessau - Heiner Brand sprach nur noch von der „schlimmen Nachricht des Tages“. Der Handball-Bundestrainer meinte nicht den 30:24 (11:13)-Erfolg der deutschen Männer gegen Schweden, sondern das Ereignis, dass dieses Ergebnis hatte in den Hintergrund rücken lassen. Es war in der elften Minute in der Dessauer Anhalt-Arena vor 3112 Zuschauern passiert: Florian Kehrmann zog einen Wurf durch und wurde dabei abgeblockt. Ein stechender Schmerz beendete den Einsatz des Rechtsaußen aus Lemgo in diesem WM-Vorbereitungsspiel – und vielleicht auch seine WM. Denn wenig später bestätigte sich der Verdacht: Kehrmann hatte sich die Mittelhand des linken Wurfarms gebrochen.

Kehrmann wäre nach Frank von Behren der zweite schwer wiegende Ausfall für die deutsche Mannschaft für die Weltmeisterschaft im eigenen Land. „Wie lange er ausfällt, kann ich nicht sagen. Das wäre Spekulation“, sagte Brand.

Wie sehr Kehrmanns Ausfall die Mannschaft schwächen würde, war schon im Spiel gegen Schweden zu sehen. Als er ausschied, führten die Skandinavier mit 7:4. Oohne die Routine des 180-maligen Nationalspielers hatten die Deutschen große Probleme, mit dieser Situation zurechtzukommen. „Da lief nicht sehr viel zusammen“, sagte Brand, „da habe ich schon einen Schreck bekommen.“ Es sprach für die deutsche Mannschaft, dass sie trotzdem einen Weg aus der Krise fand. „Ich bin mir jedoch nicht ganz sicher, ober wir später deswegen so gut ins Spiel fanden, weil Schweden nachließ, oder ob wir uns tatsächlich so stark gesteigert haben“, sagte Brand.

Dass die Gäste in der zweiten Hälfte nicht mehr so gut zum Zuge kamen, lag auf jeden Fall an einer stabileren deutschen Abwehr. Der Magdeburger Oliver Roggisch bekam dafür ein Sonderlob von Brand: „Er hat sich sehr gut bewegt und die Schweden zu Fehlern gezwungen.“ Hinzu kam die gute Torhüterleistung von Carsten Lichtlein (Lemgo), der den Kieler Henning Fritz nach 30 Minuten ersetzt hatte. So konnte sich die Mannschaft um Kapitän Markus Baur sogar mehrmals eine Zehn-Tore-Führung (25:15/48. Minute) und 28:18 (53.) erarbeiten. Dass Christian Schöne, der Kehrmanns Position eingenommen hatte, in der zweiten Halbzeit vier Tore warf, registrierte Brand zwar erfreut. Beruhigt haben aber wird ihn das kaum, denn Kehrmann ist kaum zu ersetzen. Aber vielleicht geschieht bis zum WM-Eröffnungsspiel am 19.Januar 2007 in Berlin noch eine medizinische Überraschung.

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