Sport : Kein Champagner für McLaren

In Bahrain will der Rennstall endlich aufs Podest – bislang ist das trotz des schnellen Autos nicht geglückt

Karin Sturm[Manama]

Eines steht jetzt schon fest: Auch beim Großen Preis von Bahrain am Sonntag wird kein McLaren-Pilot in den Genuss des Sieger-Champagners kommen. Und wieder wird es nicht am Auto liegen. Aber der Reihe nach. Als einer der Mitfavoriten war McLaren-Mercedes in die Formel-1- Saison gestartet, hat jedoch nach zwei Rennen noch keinen Podestplatz erreicht. Von Panik ist beim früheren Weltmeister-Team dennoch nichts zu spüren, denn im Gegensatz zur Vorsaison ist das Auto diesmal schnell und auch zuverlässig. „Jetzt sollten und müssten nur langsam auch einmal die entsprechenden Ergebnisse kommen“, sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. „Wir wissen ja, dass wir dazu in der Lage sind. Aber bis jetzt kam halt immer irgendwas dazwischen.“

Die Liste ist lang: Im Qualifikationstraining von Melbourne war es der plötzlich einsetzende Regen, der einige Startplätze kostete. Am Start würgte Kimi Räikkönen dann den Motor ab. In Malaysia summierten sich kleinere und größere Fehler beider Fahrer im Qualifying, hinzu kam der Reifendefekt an Räikkönens Auto im Rennen, der den Finnen einen sicheren Podestplatz kostete. Was möglich gewesen wäre, zeigte Räikkönens schnellste Rennrunde, die eine halbe Sekunde schneller war als die des späteren Siegers Fernando Alonso. Renault-Motorenchef Denis Chevrier fürchtet McLaren-Mercedes für den Rest der Saison nicht ohne Grund „als WM-Gegner mindestens so sehr wie Ferrari“. Das Auto, gibt er beeindruckt zu, liege ziemlich gut auf der Straße.

Doch was hilft es, wenn es ständig neue Rückschläge gibt? Diesmal traf es Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer hat sich einen Haarriss in der Schulter zugezogen und kann in Bahrain nicht starten. Montoya war bei einem Tennismatch über einen Ball gestolpert und unglücklich auf die linke Schulter gefallen. Der 29-Jährige ist inzwischen nach Miami zu seiner Frau Conny zurückgeflogen, die in den nächsten Tagen ihr erstes Kind erwartet. Er hofft, dass die Verletzung durch Ruhigstellen ausheilt. Sollte doch eine Operation nötig werden, könnte die Zwangspause noch erheblich länger dauern und Montoyas WM-Chancen damit praktisch auf Null reduzieren. Eine Untersuchung in zwei Wochen soll Klarheit schaffen.

An Stelle von Montoya wird Pedro de la Rosa in Manama im Cockpit sitzen. Auch dieser Wechsel verlief nicht ohne Schwierigkeiten. Eigentlich hat der langjährige McLaren-Testpilot Alexander Wurz einen vertraglich zugesicherten Anspruch auf den Platz. Doch der Österreicher passt mit seinen 1,85 Meter nicht ins Rennauto, das auf die knapp 1,70 Meter großen Räikkönen und Montoya zugeschnitten ist. Zumindest nach außen gibt sich Wurz verständnisvoll: „Ich muss das akzeptieren, weil es für das Team die beste Lösung ist, auch wenn ich natürlich gerne selbst das Rennen gefahren wäre.“ Chancen auf Sieger-Champagner hätte Wurz ohnehin nicht gehabt. Im islamischen Bahrain gibt es stattdessen eine Spezialmischung aus Rosenwasser und Granatapfelsaft.

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