Sport : Kein Feuer mehr

Volleyball-Bundesligist SCC trennt sich von Vincent Lange

Karsten Doneck

Berlin. Für Vincent Lange ist Volleyball nicht irgendein Spiel. „Volleyball ohne Emotionen ist wie Unterwasserhalma ohne Sauerstoffflasche“, hat er mal gescherzt. Und so hat er gehandelt. „Wenn ich auf dem Spielfeld stehe, brodelt der Vulkan“, sagt Lange über Lange. Aber: In der vorigen Saison stand der 28-Jährige immer seltener auf dem Spielfeld, hielt sich dafür häufiger mal mit Aufwärmübungen neben dem Feld einsatzbereit. Der SC Charlottenburg wurde trotzdem Deutscher Meister. Grund genug für den SCC, über Langes Zukunft nachzudenken. Gestern fiel die Entscheidung, den Vertrag mit dem früheren Nationalspieler nicht zu verlängern.

Lange war enttäuscht. Ausgerechnet jetzt ausgemustert zu werden, wo in der Champions League große Herausforderungen warten, das ist für ihn ärgerlich. Freilich ist er an der Entwicklung nicht ganz schuldlos. Vor der vergangenen Saison hatte er mit einem Wechsel ins Ausland geliebäugelt und seinen Verein lange hingehalten. Zu lange? SCC-Manager Kaweh Niroomand sagt: „Wir wollten diesmal nicht wieder bis September auf seine Entscheidung warten. Das Risiko wäre zu groß, wenn er nachher doch abspringt, gerade im Hinblick auf unsere Planungen für die Champions League.“

Der SCC braucht für Lange keinen Ersatz zu suchen. Der Klub hat vorgesorgt. Mit den Zugängen Robert Kromm (VC Olympia) und Sebastian Prüsener (Unterhaching) sowie Christoph Eichbaum und Eugen Bakumovski hat Trainer Mirko Culic vier Spieler zur Verfügung, die die Lücke schließen können. Gemeinsamkeit dieser vier: Allesamt sind sie wesentlich jünger als Lange, womit der SCC seiner Linie treu bleibt, dem hoffnungsvollen Nachwuchs eine Chance einzuräumen.

Diese Verjüngung birgt indes gewisse Probleme. Niroomand denkt da an den ebenfalls vom SCC verabschiedeten Routinier Andrei Urnaut, 37 Jahre alt. „Der hatte diese abgekochte, lässige Haltung.“ Das hatte Folgen. „Bei dem dachte jeder Gegner: Der alte Kerl, der bringt doch nichts mehr. Und dann kaut der Urnaut da seelenruhig seinen Kaugummi und haut denen die Aufgabe genau auf den Punkt. Das müssen die jungen Leute erstmal nachmachen.“

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