Sport : Kein Grund zur Beruhigung

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Daniel Pontzen über

die spannendste Bundesliga seit langem

Es enststeht leicht der Eindruck in diesen Wochen, die Bundesligasaison 2002/2003 werde nur noch aus formalen Gründen zu Ende gespielt, oder weil Dauerkarteninhaber ein Recht darauf geltend machen. Überall rufen eifrige Tabellenanalysten das Ende der Dramatik aus, weil die Bayern so unverschämt weit enteilt sind. Doch: Wer jetzt sagt, die Meisterschaft sei langweilig, der hat das Spiel nicht verstanden.

Natürlich könnten die Bayern schon jetzt den Rathausbalkon für den Abend des 24. Mai, des letzten BundesligaSpieltages, mieten, und ihre Hoffnungen, die Reservierung nicht wie im letzten Jahr ungenutzt verstreichen zu lassen, hat größte Berechtigung. Doch nicht ein Blick auf die Bayern hilft bei der Erkenntnis, dass sich die Liga in einer ihrer packendsten Ausspielungen befindet, sondern eine Betrachtung der anderen Münchner Mannschaft. Trotz des gestrigen 0:6 bei Hertha ist der TSV 1860 gerade fünf Punkte von Tabellenplatz vier entfernt. Gleichzeitig steckt der Verein im Abstiegskampf. Acht Punkte trennen ihn von Platz 16 – Köln büßte in einem vergleichbaren Zeitraum vor einigen Jahren zehn Punkte ein und stieg ab. In akuter Gefahr sind derzeit acht Mannschaften, die nur wenige Punkte auseinander liegen.

Zusätzliche Spannung zieht der Kampf im breiten Keller daraus, welche Vereine daran beteiligt sind. Leverkusen wehrt sich gegen die Vorstellung, sich in etwas mehr als einem Jahr für das Champions-League-Finale und ein Liga-Spiel bei Wattenscheid 09 zu qualifizieren. Der 1. FC Kaiserslautern rauft sich zu den letzten Schlachten gegen den eigenen Verfall zusammen.

Kein Grund zur Beruhigung also, nirgends. Für die Vereine nicht, für Fans erst recht nicht. Der 24. Mai wird kommen, schneller als erwartet, dann wird es 17.15 Uhr sein, und die Saison wird vorbei sein.

Dann, und erst dann, herrscht Langeweile.

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