Sport : Kein Jubel

Trotz des 3:3 in München kann sich Rostock nicht freuen

Daniel Pontzen

München. Für sich betrachtet war das ein bemerkenswerter Satz, den Juri Schlünz zum Ende seines Resümees von sich gab. „Zu guter Letzt können wir mit dem Punkt leben“, sagte der Trainer von Hansa Rostock, nachdem seine Mannschaft bei Bayern München ein 3:3 errungen hatte. Gewöhnlich sind weniger prominente Teams über einen Punktgewinn bei den Bayern so entzückt, dass sie ihr Glück kaum fassen können, doch bei Hansa ist das anders. Die Ausflüge der Rostocker Delegationen in den Voralpenraum waren schon oft überraschend ergiebige Reisen, und beinahe hätte es am Sonnabend zum vollen Erfolg gelangt. „Mit ein bisschen Glück kann man das Ergebnis über die Bühne bringen“, sagte Schlünz.

Nach neun Minuten hatte zunächst alles danach ausgesehen, als würde die sehr passable Erfolgsbilanz der Rostocker in München – 3 Siege in 9 Spielen – eine Korrektur erfahren. Mit 0:2 lag Hansa zurück, und der Glaube der Rostocker Spieler an eine Aufholjagd war nicht eben überwältigend. „Wir hatten natürlich Angst vor einem 5:0 oder 6:0 der Bayern“, sagte Thomas Rasmussen.

Dass Schlünz später dennoch von einer „riesengroßen Moral der Mannschaft“ sprechen durfte, lag an einer schonungslosen Halbzeitansprache und einer konsequenten Chancenauswertung seiner Mannschaft. Schlünz habe seinen Spielern in der Pause mitgeteilt, „dass die erste Halbzeit Kacke war“, berichtete René Rydlewicz.

Bei ihrer Aufholjagd wurde Hansa freundlich von der bayerischen Hintermannschaft unterstützt – binnen 19 Minuten gewährten sie Martin Max, Magnus Arvidsson und Rasmussen beste Einschussgelegenheiten, die die Rostocker dankend nutzten. Nur die Tollpatschigkeit Rasundara Tjikuzus – er rempelte Zé Roberto zu Boden und verursachte damit einen Strafstoß – stand dem dreifachen Punktgewinn im Wege.

Schlünz’ Laune sollte dies nicht mehr nachhaltig beeinträchtigen. „Wir haben unsere Serie gehalten und wollen so weitermachen“, sagte der Trainer, „um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen.“ Vielleicht hatte der Ausgleichstreffer der Bayern sogar sein Gutes. Bei einem Sieg in München wäre es für Schlünz allmählich zum Problem geworden, den Nichtabstieg glaubhaft als einziges Ziel auszugeben.

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