Sport : Kein Platz für Romantiker

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Der FC Schalke 04 ist für Julian Draxler „zu hundert Prozent eine Herzensangelegenheit“. Deshalb hat der 19-Jährige jetzt seinen Vertrag in Gelsenkirchen vorzeitig bis 2018 verlängert. Auch die Borussia aus Mönchengladbach verkündete am Freitag nicht ohne Stolz, dass ihr Patrick Herrmann bis 2016 erhalten bleibe. „Ich bin jetzt seit fast fünf Jahren bei Borussia und fühle mich sehr wohl hier“, lässt sich Herrmann zitieren. Gut ein Jahr zuvor klang das bei Mario Götze ganz ähnlich: „Jeder weiß, wie wohl ich mich in Dortmund fühle“, hatte er damals zu seiner Vertragsverlängerung beim BVB bis 2016 erklärt.

Das Ende der Geschichte ist bekannt, Götze wird in der nächsten Saison für den FC Bayern spielen. Eine Ausstiegsklausel im Vertrag machte es möglich. Eine solche Klausel hat sich auch Draxler erbeten, für rund 40 Millionen Euro kann er Schalke in Richtung eines „Riesenvereins in Europa“ verlassen. Und dass Patrick Herrmann seine Karriere in Mönchengladbach beendet, glaubt allen Treuebekenntnissen zum Trotz wohl auch niemand ernsthaft.

Die neue Fußballergeneration weiß dank umtriebiger Berater nicht erst mit 19, wie sie sich in der Öffentlichkeit verkaufen muss. In bester Unternehmermanier wird die weitere Karriere langfristig durchgeplant. Geld und Renommee sind dafür der Antrieb. Der Fußballer als Marke – für Herzensangelegenheiten ist da kein Platz mehr. Auch wenn die Profis das immer wieder beteuern und es noch genügend Fans gibt, die daran glauben wollen. Die Realität hat die Fußballromantik längst überholt.

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