Sport : Kein Tag für deutsche Trainer

Berti Vogts und Lothar Matthäus verlieren in der WM-Qualifikation

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Berlin Berti Vogts hat in der vergangenen Woche in einem Interview kundgetan, dass er liebend gern noch einmal in der Fußball-Bundesliga arbeiten würde. Die Verwirklichung dieses Wunsches war bisher schwer möglich, weil Vogts zurzeit noch als Trainer der schottischen Nationalmannschaft angestellt ist. Doch so wie es aussieht, könnte dieses Hindernis bald aus dem Weg geräumt sein. Vogts verlor gestern mit seiner Mannschaft in Glasgow das wichtige WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen mit 0:1. Sein Job als Nationaltrainer gerät nun ernsthaft in Gefahr. Immerhin könnte Vogts seine Rückkehr in die Bundesliga dann vorzeitig in Angriff nehmen. Dort einen Arbeitgeber zu finden dürfte allerdings sein nächstes, weit größeres Problem sein. Eine Erfolgsgeschichte ist sein Engagement in Schottland bisher jedenfalls nicht gewesen. Von 20 Länderspielen hat Vogts 13 verloren.

Eigentlich hatte er geplant, in zwei Jahren als Trainer der Schotten zur Weltmeisterschaft nach Deutschland zurückzukehren. Dieses Projekt steht schon nach dem zweiten Qualifikationsspiel vor dem Scheitern. Die Schotten liegen mit nur einem Punkt auf dem vorletzten Platz ihrer Gruppe. Auch die anderen deutschen Nationaltrainer laufen Gefahr, die WM in ihrem Heimatland nur als Zuschauer auf der Tribüne zu erleben. Lothar Matthäus verlor gestern mit Ungarn in Schweden 0:3, Winfried Schäfer kam mit Kamerun nur zu einem 1:1-Unentschieden gegen den Sudan, und erst der späte Treffer von Vassilis Tsartas zum 1:1 in der Ukraine verhinderte eine weitere Niederlage für Otto Rehhagel und den von ihm trainierten Europameister Griechenland. Seit dem überraschenden Erfolg von Portugal sind die Griechen noch ohne Sieg.

Die Schotten bestimmten gegen Norwegen zwar weitgehend das Geschehen und hatten auch einige gute Torchancen; am Ende aber verloren sie durch einen Handelfmeter von Steffen Iversen. Stürmer James McFadden hatte zuvor für seinen bereits geschlagenen Torhüter mit der Hand auf der Linie geklärt und dafür die Rote Karte gesehen. „Wir hatten kein Glück“, sagte Vogts nach dem Spiel. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat alles gegeben.“

Das konnte Lothar Matthäus von seiner Mannschaft nicht behaupten. Beim 0:3 in Schweden waren die Ungarn chancenlos. Fredrik Ljungberg, Henrik Larsson und Anders Svensson erzielten die Tore für den EM-Viertelfinalisten, der zuletzt auf heimischem Boden gegen Kroatien verloren hatte. Bei den Ungarn stand Pal Dardai vom Berliner Bundesligisten Hertha BSC zum ersten Mal seit einem halben Jahr wieder in der Anfangself.

Wie die Schweden, so setzten sich auch die Favoriten England und Tschechien in ihren Qualifikationsspielen durch. In Manchester feierten die Engländer einen 2:0-Sieg gegen Wales. Frank Lampard brachte den Favoriten schon in der vierten Minute mit einem abgefälschten Schuss in Führung, David Beckham erhöhte in Old Trafford, seinem ehemaligen Arbeitsplatz, eine Viertelstunde vor Schluss mit einem Schlenzer auf 2:0. Kurz darauf aber musste Beckham wegen eines Haarrisses in der Rippe ausgewechselt werden. Tschechien gewann gegen Rumänien durch einen Elfmeter des Dortmunders Jan Koller mit 1:0.

Die größte Blamage leistete sich gestern die Nationalmannschaft Portugals. Zur Pause führte der Vize-Europameister bereits 2:0 gegen Liechtenstein, in der zweiten Halbzeit aber kam der Außenseiter durch Tore von Burgmeier und Beck noch zum 2:2-Ausgleich und schob sich dadurch an Luxemburg vorbei auf den vorletzten Tabellenplatz. Tsp

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