Sport : Keine Angst vor Familie Messi

Drei Deutsche fehlen beim Mannschaftstraining, das Team geht trotzdem zuversichtlich ins Halbfinale

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Der erste Messi ist schon eliminiert.
Der erste Messi ist schon eliminiert.Foto: ddp

An welchem Tag ist doch gleich das WM-Halbfinale gegen Spanien? „Am Sonnabend“, erzählt Bastian Schweinsteiger. Und bevor er weiterplaudert, stutzt er und korrigiert sich schnell: Quatsch, halt, „ich mein’ Sonntag“. Weil allerdings auch das nicht so ganz stimmt, stupst ihn grinsend der DFB-Sprecher Harald Stenger an, und da fällt’s Schweinsteiger auch wieder ein: „Nee, Mittwoch!“

Dass das Zeitgefühl nach den vielen WM-Tagen schon mal aussetzen kann, ist zu verkraften, zumal Schweinsteiger eh gerade schwer durch die Zeit irrt. Noch hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) keine Gespräche darüber geführt, ob die Nationalelf auf die Fanmeile nach Berlin reist nach dem Finalwochenende. Eines aber ist für Schweinsteiger gewiss, „ich will nicht schon wieder nach Berlin, ohne was in der Hand zu haben“. Er spielte damit an auf die WM 2006 und die EM 2008, bei denen die Deutschen ihren Fans den Pokal nicht präsentierten konnten.

Vor allem das verlorene Finale bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren hat die Nationalmannschaft nicht vergessen. 0:1 verlor sie gegen Spanien, gegen eben jenen Halbfinalgegner bei dieser Weltmeisterschaft in Südafrika. Dass Sami Khedira, Arne Friedrich und Ersatztorhüter Tim Wiese beim vorletzten Training vor dem erneuten Duell nicht mit der Mannschaft trainieren konnten, mag auf den ersten Blick nicht ganz in die Dramaturgie passen: Der Stuttgarter Khedira leidet an muskulären Problemen im Oberschenkel und der Neu-Wolfsburger Friedrich hat eine Oberschenkel-Prellung; Wiese absolvierte nach Angaben des DFB ein individuelles Regenerationsprogramm. Bei Khedira und Friedrich handelt es sich wohl um eine Vorsichtsmaßnahme – beide sollen im Halbfinale zur Verfügung stehen. Bei Cacau, der überraschend beim Team-Training dabei war, ist ein Einsatz weiter fraglich.

Trotz aller Sorgen um die eigene Mannschaft spart Bundestrainer Joachim Löw nicht mit Lob für den Gegner. Spanien war bei der EM 2008 „die mit Abstand beste Mannschaft“ und auch jetzt „der WM-Favorit“, sagt er. „Spanien hat nicht nur einen Messi, sondern mehrere Messis.“ Erst nach dem Spiel gegen Familie Messi also beginnt die Rückreiseplanung. Vorher ist erst einmal zu gewährleisten, dass alle Spieler ihren Flug nach Durban erreichen. Abflug ist um 17.30 Uhr, nicht am Sonntag, nicht am Sonnabend und auch nicht am Mittwoch, sondern bereits heute, am Dienstag. Wer nimmt Herrn Schweinsteiger fürsorglich an die Hand? André Görke, Pretoria

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