• Keine Angst vor großen Namen - trotz schwerer Gegner will Albas Trainer Pesic das Final Four in der Europaliga erreichen

Sport : Keine Angst vor großen Namen - trotz schwerer Gegner will Albas Trainer Pesic das Final Four in der Europaliga erreichen

Benedikt Voigt

Man muss ein wenig suchen, wenn man beim Europaliga-Tipp in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Basketball" Alba Berlin finden will. Auf Platz eins jedenfalls steht der Deutsche Basketball-Meister nicht, dort findet sich Panathinaikos Athen. Platz zwei, drei, vier und fünf sind ebenfalls an die Konkurrenten vergeben. Ganz unten, fast schon versteckt, liest man dann: Alba. Auf dem letzten Platz.

Ist die Gruppe B der Europaliga wirklich so stark, dass die Mannschaft von Trainer Svetislav Pesic am 16. Dezember nur auf Platz sechs ankommen wird? Es könnte sein. Abgesehen von Real Madrid, das in Spanien Rang drei belegte, gilt es für Alba Berlin, sich gegen die Meister von Griechenland, Türkei, Slowenien und Litauen zu behaupten. Der litauische Klub Zalgiris Kaunas ist zudem amtierender Europaligameister, der türkische Verein Tofas Bursa gewann in der vergangenen Saison den Saporta-Cup. Wo Alba Berlin in dieser Ansammlung europäischer Spitzenklubs steht, wird sich erstmals am Donnerstagabend zeigen, wenn die Berliner bei Tofas Bursa in die Europaligasaison starten. Pesic lässt sich jedenfalls nicht von großen Namen schrecken, sondern sagt: "Unser Ziel bleibt das Final Four."

Dort will auch Paulos Giannakopoulos hin. Der Präsident und Mäzen von Panathinaikos Athen, dem mit 30 Millionen Mark reichsten europäischen Verein, schied mit seinem Klub im vergangenen Jahr überraschend im Viertelfinale gegen Teamsystem Bologna aus. Nun verpflichteten die Athener für die neue Saison in Zeljko Obradovic den jugoslawischen Nationaltrainer. Der Erfolgscoach soll nun mit neun europäische Nationalspielern, darunter Michael Koch und dieJugoslawen Zeljko Rebraca und Dejan Bodiroga, den europäischen Titel holen. Weniger klangvolle Namen weist Zalgiris Kaunas auf. Nach dem Europaligasieg von München, wo die Litauer mit begeisterndem offensiven Basketball glänzten, kauften südeuropäische Teams die besten Spieler weg. Dazu zählten die beiden Amerikaner Edney, Bowie und der Litauer Stombergas. Trainer Kazlaukas sagt dennoch: "Bei uns ist das Konzept entscheidend, nicht die Spieler."

Ebenso ungewiss ist der Leistungsstand von Olimpia Ljubljana und Real Madrid. Die Slowenen um Nationalspieler Juri Zdovc holten den Flügelspieler Marko Milic aus der nordamerikanischen Profiliga NBA zurück. Real Madrid krempelte mit acht Zugängen, darunter auch der 36-jährige Hansi Gnad, die gesamte Mannschaft um. In dieser Woche kam auch noch der Jugoslawe Aleksandar Djordjevic.

Ganz anders Tofas Bursa. Bei den Türken blieben alle Spieler des vergangenen Jahres. "Ein Traum für jeden Trainer", findet Pesic. Neben den US-Amerikanern David Rivers und Rashard Griffith muss Alba am Donnerstag auch die Wurfkünste des Kroaten Slaven Rimac fürchten. Pesic jedenfalls hat Respekt. Das spürte nach dem Bundesligaspiel gegen Bamberg auch ein Journalist, der die personelle Konstanz im Team der Türken als Nachteil empfand. Pesic sah das anders: "Ja, glauben Sie vielleicht, dass es denen zu langweilig wird?"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben