Sport : Keine Angst vor Italienern

Der FC Barcelona siegt 3:1 gegen den AC Mailand und steht im Halbfinale der Champions League.

Fein gemacht. Cesc Fabregas (l.) tätschelt Lionel Messi für ein Tor – und einen Rekord.  Der Stürmer trifft so oft wie keiner vor ihm in der Champions League. Foto: dapd
Fein gemacht. Cesc Fabregas (l.) tätschelt Lionel Messi für ein Tor – und einen Rekord.  Der Stürmer trifft so oft wie keiner vor...Foto: dapd

Berlin - Böse Erinnerungen plagten den FC Barcelona. Vor zwei Jahren waren schon einmal defensivbegabte Mailänder zu Gast im Camp Nou. Und obwohl die Katalanen das Halbfinal-Rückspiel 1:0 gewannen, reichte das Resultat Inter, um ins Finale der Champions League einzuziehen. Gegen die Mailänder der Associazione Calcio, AC genannt, sollte sich dies nach dem 0:0 vor einer Woche nicht wiederholen. Nicht, dass sich herumspräche, die Italiener könnten dem unbesiegbaren FC Barcelona etwas anhaben.

Die üble Nachrede bleibt Barcelona erspart. Der Titelverteidiger gewann das Viertelfinal-Rückspiel 3:1 (2:1) dank zweier Elfmeter von Lionel Messi und eines weiteren Tores von Andres Iniesta. Der FC Barcelona kann damit weiter vom dritten Titelgewinn in vier Jahren träumen und davon, als erste Mannschaft den Titel in der modernen Champions League zu verteidigen. Im Halbfinale warten der FC Chelsea oder Benfica Lissabon, das machen die beiden am heutigen Mittwoch untereinander aus.

Barça-Trainer Josep Guardiola hatte vor Spielbeginn überrascht, weil er die 20 Jahre alte Nachwuchskraft Isaac Cuenca aufbot. Mit dem trickreichen Flügelstürmer wollte er für mehr Breite im Spiel sorgen, nachdem Andres Iniesta in Mailand erneut gezeigt hatte, dass er sich als Linksaußen mittlerweile verschenkt fühlt.

Zunächst ging es aber durch die Mitte. Die Italiener hatten wie im Hinspiel zwei Viererketten vor das eigene Tor postiert, doch Cesc Fabregas und Messi tänzelten hindurch, als stünden die Italiener nur Spalier. Zweimal testete der Argentinier in den ersten Minuten die Flugkurve des Balles, zweimal war sie zu linkslastig.

Dann eroberte Barcelona wie so oft in der Anfangsphase den Ball schon kurz vor dem Strafraum der Mailänder. Nach einem lässigen Abspiel war der Ball eigentlich schon verloren, aber wollte wieder zurück an Messis Fuß. Der Verteidiger Luca Antonini wollte die Anziehungskraft brechen und grätschte dem Weltfußballer ins Bein. Den Elfmeter schoss der Gefoulte flach in die linke Ecke. Es war Messis 13. Saisontreffer – so oft hat noch niemand in diesem Wettbewerb getroffen, seit er Champions League heißt.

Und es war noch nicht vorbei. Doch zunächst taten sich die Katalanen schwer mit einem zweiten Tor. Mehr als Weitschüsse passten nicht durch die schmalen Spalte in Mailands Abwehr.

Die Italiener wiederum waren froh, wenn sie unfallfrei in Barcelonas Hälfte kamen. Nach einer halben Stunde hielten sie den Ball dort sogar über mehrere Stationen. Dann sah Zlatan Ibrahimovic eine Gasse in der Abwehr, durch die der Ball kommen musste. Er kam auf den lossprintenden Antonio Nocerino. Mit dem ersten Torschuss der Gäste traf der Mittelfeldspieler zum 1:1. Das hätte Mailand zum Weiterkommen gereicht.

Doch dass sich Geschichte nicht wiederholt, dafür sorgten die Italiener selbst, die vor allem im Strafraum nicht so geschickt verteidigten wie Lokalrivale Inter vor zwei Jahren. Bei einer Ecke Barcelonas vergriff sich Alessandro Nesta am Trikot von Sergio Busquets. Barça-Kapitän Carles Puyol, der Nesta die Schulter in den Weg rammte, verhinderte, dass er rechtzeitig loslassen konnte. Der Schiedsrichter pfiff und nach langer Diskussion auf Italienisch konnte Messi seinen zweiten Elfmeter schießen. Diesmal flach rechts in die Ecke.

Ach ja, und noch ein Rekord: Mit 14 Toren ist Messi nun bester Torschütze in der gesamten Geschichte des Wettbewerbs, zusammen mit José Altafini, 1962/63 Stürmer beim – AC Mailand.

Der Brasilianer spielt aber nicht mehr mit bei den Italienern, so dass Barcelona nach der Pause keine Zweifel am Halbfinaleinzug kamen. Ein abgeblockter Ball landete in der 53. Minute bei Iniesta. Und während die Italiener Abseits reklamierend die Arme hoben, schoss der Spanier regulär das 3:1. Der Rest waren viel Ballbesitz, weitere Chancen Barcelonas und keine Wiederholung der Geschichte. Tsp

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