Sport : Keine Angst vor späten Folgen Schumacher fährt ohne Bedenken in Monza

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Michael Schumacher steht als Formel1-Weltmeister fest. Doch sein Siegeswille ist ungebrochen, vor allem hier, in Monza, in Italien, wo der Ferrari-Pilot ein Heimspiel hat. Ein Sieg muss her, unbedingt. Die Niederlage in Spa gegen den McLaren-Mercedes-Piloten Kimi Räikkönen schmerzt offensichtlich doch gewaltig. Und Michael Schumacher denkt gar nicht daran, nach seinem schweren Unfall vor einer Woche in Monza eine kleine Auszeit zu nehmen. Schumacher verunglückte bei einer Testfahrt mit Tempo 345, aber fahren will er am Sonntag beim Großen Preis von Italien (14 Uhr, live in RTL und Premiere) auf jeden Fall. Er hat den italienischen Fans eine WM-Feier in Monza versprochen, daran will er sich halten.

„Ich fühle mich fit", sagte er bei seinem ersten offiziellen Auftritt in Monza. „Ich war am Tag nach dem Crash ein bisschen steif, aber das war alles – und meine einzige Sorge war eigentlich, ob ich mein geplantes Fußballspiel am Samstag würde bestreiten können. Aber auch das hat geklappt.“ Er habe mit seinem Team „sehr viel Arbeit und Anstrengungen unternommen, die Überlebenszelle des Ferrari mit dem Sitz und dem Kopfstützenbereich so sicher wie möglich zu machen – und das hat sich ausgezahlt“.

Ob der Unfall nicht doch gesundheitliche Auswirkungen hatte, wird sich für Michael Schumacher erst heute zeigen, wenn er zum ersten Mal wieder extremen Belastungen im Form von hohen Kurvengeschwindigkeiten, Brems- und Beschleunigungskräften und Vibrationen ausgesetzt sein wird. Erst wenn er mehrere schnelle Runden im Ferrari zurückgelegt hat, wird er wirklich wissen, ob das Gefühl, den Crash ohne Probleme überstanden zu haben, richtig ist.

Auch sein Bruder Ralf kam 2003 – ebenfalls nach einem schwerenTestunfall eine Woche vor dem Rennen – mit der sicheren Überzeugung nach Monza, wieder absolut fit zu sein. Doch dann musste er, trotzt einiger schneller Zeiten, nach dem ersten Trainingstag wegen Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindelgefühlen aufgeben.

Nun heißt es zwar offiziell, Michael Schumacher habe bei seinem Unfall nicht einmal eine leichte Gehirnerschütterung erlitten. Aber andere Quellen sprechen von einer zumindest kurzen Bewusstlosigkeit. Wobei es sogar sein könne, dass sich Schumacher wirklich nicht an diese Bewusstlosigkeit erinnere. Ob sich in so einem Fall bei Belastung Nachwirkungen zeigen, muss man abwarten.

Und kein Außenstehender kann die Frage beantworten, wie sich dieser Unfall auf die Psyche des Weltmeisters auswirken wird, sollte er Spätfolgen feststellen. Gerhard Berger, ehemaliger Ferrari-Pilot, sagte mit Blick auf Schumacher, dass man den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören nicht verpassen dürfe. „Man hat als Rennfahrer ein Scheckheft – in Monza hat Michael einen weiteren Scheck verwendet. Ich habe zum Glück aufgehört, bevor der letzte Scheck aufgebraucht war.“

Bis jetzt gibt sich Schumacher aber ganz cool: „Natürlich ist jeder Unfall eigentlich einer zu viel – aber das gehört eben zum Geschäft.“ Weitere Diskussionen würgt er dann schlicht ab mit dem Satz: „Ich glaube nicht, dass er mich hätte das Leben kosten können.“

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