• Keine Einigung im Foto-Streit Deutsche Fußball-Liga sperrt große Agenturen erneut aus

Sport : Keine Einigung im Foto-Streit Deutsche Fußball-Liga sperrt große Agenturen erneut aus

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Berlin. Stundenlang wurde verhandelt. Aber die Fotografen der großen Agenturen mussten gestern Abend auch beim Spiel von Hansa Rostock bei 1860 München draußen bleiben. Im Foto-Streit zwischen Nachrichtenagenturen und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gab es trotz eines langen Gesprächs zwischen den Parteien am Mittwoch keine Einigung. Die Gespräche werden am Donnerstag in Frankfurt (Main) fortgesetzt. „Wir sind in Verhandlungen, diese sind freundlich und konstruktiv. Aber die Kuh ist noch nicht vom Eis“, sagte ddp-Chefredakteur Bernd von Jutrczenka.

Der Grund des Streits: Die DFL hatte die Agenturfotografen zu Beginn der Bundesliga am vergangenen Freitag aufgefordert, sich mit einer Unterschrift zu verpflichten, während eines laufenden Spiels keine Fotos aus den Stadien zu versenden, wenn diese ins Internet gestellt werden. Denn die DFL riskiert eine Schadenersatzpflicht, wenn etwa Online-Dienste aktuelle Fotos noch vor Spielende und Schlusspfiff veröffentlichen. Diese Rechte hat die DFL an die Kirch-Gruppe verkauft – für 15 Millionen Euro. Und Kirch will mit der Versendung der Bilder aufs Handy Geld verdienen. Die Agenturen Reuters, dpa (Deutsche Presse-Agentur), AP (Associated Press) und ddp (Deutscher Depeschen-Dienst) sehen darin eine Einschränkung der freien Berichterstattung. Seit Freitag sind ihre Fotografen von sämtlichen Spielen ausgeschlossen und haben keine Bilder.

Um den Streit zu beenden, hatte man für Mittwoch um 11 Uhr eine Runde angesetzt, die bis in den frühen Abend tagte. Nachgeben wollte keiner, weder die Fotografen noch die DFL. „Wie am Gängelband“, kam sich dpa-Fotograf Roland Weihrauch beim Spiel Gladbach gegen Bayern am Sonnabend vor. Er verweigerte die Unterschrift unter den betreffenden Passus und wurde hinaus komplimentiert; die Konkurrenz – freie Fotografen, kleine Agenturen – konnte sich freuen.

Die DFL zeigte sich über die Resonanz überrascht. Der Rechteverkauf an Kirch sei seit Wochen bekannt gewesen, sagt DFL-Sprecher Tom Bender. „Die Agenturen haben von dem genauen Prozedere erst vergangene Woche erfahren“, sagt dagegen Wilm Herlyn, Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur.Annette Schmiede

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