Sport : Keine Freunde, kein Erfolg

Bleibt Wolfsburgs Trainer Wolf bis zum Saisonende ?

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Wolfsburg (Tsp). Unten, neben der Wolfsburger Mannschaftskabine, stand Wolfgang Wolf und tat das, was er am Besten kann: ruhig bleiben. Wolf arbeitet schon seit fünf Jahren als Trainer in Wolfsburg, im Sommer wird er den VfL verlassen. Er sei zu dröge, ist dort hören. Zu langweilig. Zu provinziell. Und provinziell will der VfL Wolfsburg nun wirklich nicht sein. Der Verein will in die Champions League, „bis 2007“, hat Manager Peter Pander gesagt. Trainer Wolf wird dieser Qualitätssprung nicht mehr zugetraut, und jetzt, nach der 1:2Niederlage gegen Schalke 04, wird es Wolf wohl nicht einmal schaffen, seinen Arbeitsvertrag bis Juni zu erfüllen. Wolf sagte am Abend: „Mich kann nichts überraschen.“

Noch halten sie in Wolfsburg zu ihm. Manager Pander etwa ist die Diskussion um den Trainerabschied leid, er äußere sich nicht zu dieser Personalie, „ich sage dazu kein Wort“. Pander hat sich in den letzten Monaten immer vor seinen Trainer gestellt, als ihn die Fans ausgepfiffen haben. So war das im alten VfL-Stadion, und so war es auch, als im Dezember die neue Volkswagen-Arena eröffnet wurde. „Neues Stadion, neuer Trainer!“ hatten die Fans da auf ein Plakat gemalt.

Nun ist es ja nicht so, dass der VfL Wolfsburg guten Fußball spielt. Die ersten beiden Spiele in dem neuen Stadion haben Wolfs Spieler verloren. Nach der Niederlage gegen Schalke 04 sind es nun sieben Punkte Rückstand auf den Tabellenfünften der Liga, den VfB Stuttgart. Dieser Platz berechtigt zur Teilnahme am Uefa-Cup. Jedoch: Auf einen Abstiegsplatz sind es sogar nur sechs Punkte Abstand. Der VfL Wolfsburg ist Mittelmaß – trotz Effenberg, trotz neuen Stadions, trotz Hauptssponsor Volkswagen. Trainer Wolf sagt: „Wir müssen uns ein Stück weit nach unten orientieren.“

Das ist eine realistische Einschätzung, sie wird nur nicht gern gehört. Längst sind alle möglichen Trainerkandidaten beim VfL im Gespräch, Jürgen Röber etwa oder Christoph Daum. Pander sagt: „Wir brauchen einen Trainer, der an die Arbeit von Wolf anknüpft. Die Zielsetzung der nächsten drei Jahre kann nur der Uefa-Pokal sein.“ Jetzt hat sich der Schweizer Christian Gross ins Gespräch gebracht. Ob er für eine Ablösung Wolfs während der Saison zur Verfügung steht, ist dagegen fraglich. Gross steht beim FC Basel unter Vertrag.

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