Sport : Keine lahme Ente

Mathias Klappenbach

glaubt an den siebten Tour-Sieg von Lance Armstrong Was er sich fest vorgenommen hatte, ist meistens Wirklichkeit geworden. Lance Armstrong hat mit unbändigem Willen den Krebs besiegt und anschließend jedes Jahr die Tour de France gewonnen, bis er nicht mehr wollte. Mit dieser Kurzfassung seiner Karriere wird der Amerikaner in die Sportgeschichte eingehen, und sie trifft den Kern. Auf die Ankündigungen des sturen Armstrong folgten stets Taten. Nichts wäre schlimmer für ihn, als sich vor den anderen Fahrern und vor allem der Öffentlichkeit eine Blöße zu geben. Der berühmte „Lame duck“-Effekt, nach dem Ansehen und Macht bei nahendem Ende einer Amtszeit weniger werden, wird nicht eintreten. Armstrong hat all die Jahre das Tempo vorgegeben, und das tut er auch jetzt, wenn er die anderen zum großen Finale gegen den Champion ruft. Jan Ullrich hat sofort angebissen und ein „monumentales Rennen“ angekündigt. Nichts könne ihn mehr motivieren, als den Unschlagbaren zu schlagen.

Der 33 Jahre alte Armstrong muss noch einmal die Tour fahren, weil es in seinem Vertrag steht. Und er will sie noch einmal fahren, weil ihm die letzte Tour noch einmal die Chance bietet, sich besonders zu motivieren. Ob er sie nun siebenmal hintereinander gewinnt oder es bei dem Rekord von sechs Jahren bleibt, ist für die Annalen nicht wichtig. Aber für Armstrong selbst, der Erster werden muss, sobald er sich auf ein Fahrrad setzt. Dieser Grund wird ihn auch in diesem Juli an die Spitze treiben. Mehr als jener, ungeschlagen abzutreten. Deshalb wird er in diesem Jahr so stark wie immer fahren.

Die Option, wie eine lahme Ente zu fahren, kommt in seinem Kopf nicht vor. Auch wenn er durch irgendeine höhere Gewalt die Tour nicht gewinnen sollte, würde er bei seinem Rücktritt bleiben. Weil Armstrong trotz seiner unglaublichen Leistungen immer ein harter Realist war. Und deshalb weiß, wann Schluss sein muss. Nach dem siebten Sieg.

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