Sport : Keine Nieten für Hertha

Auslosung im Uefa-Cup: Die Berliner treffen in der Gruppenphase auf schwere Gegner wie Lens und Genua

Mathias Klappenbach

Berlin - Die Gegner standen bereits fest, trotzdem musste Dieter Hoeneß noch eine halbe Stunde warten. Einen Wunschspielplan hat der Manager von Hertha BSC aber nicht in seinem Kopf entworfen, als nach der traditionell von Hand ausgelosten Gruppeneinteilung des Uefa-Cups ein Computerprogramm in Nyon in der Schweiz festlegte, gegen wen Hertha auswärts und gegen wen zu Hause spielt. „Es macht keinen Sinn, sich darüber den Kopf zu zerbrechen“, sagt Hoeneß. „Das kann man schließlich genauso wenig beeinflussen wie die Auslosung der Gegner.“

In das Computerprogramm waren zuvor Daten wie etwa große Veranstaltungen in den Spielorten, die sich mit einer Ansetzung überschneiden könnten, oder auch die kalten Wetterbedingungen im Dezember in Nordeuropa eingespeist worden, weil dann dort nicht gespielt werden soll. In der Gruppenphase hat jede Mannschaft nur zwei Heim- und zwei Auswärtsspiele, spielt also nur einmal gegen jeden Gegner. Herthas Kontrahenten heißen Halmstads BK aus Schweden, RC Lens, Sampdoria Genua und Steaua Bukarest. „Das ist schon eine Herausforderung, da ist kein Kanonenfutter mehr dabei“, sagt Hoeneß. Als auch die Spiele terminiert waren, stand fest, dass die Berliner noch eine ganze Weile auf das erste Heimspiel warten müssen. Hertha spielt am 20. Oktober zunächst auswärts in Halmstad. Erst am 24. November kommt dann der RC Lens nach Berlin, eine Woche später geht es nach Genua. Am letzten Spieltag am 15. Dezember kommt dann Steaua Bukarest ins Olympiastadion. „Es ist sehr gut, dass wir das letzte Spiel zu Hause haben, weil dort vielleicht die Entscheidung über das Weiterkommen fällt“, sagt Hoeneß. „Auf dem Papier sind Lens, Genua und wir die Favoriten für die ersten drei Plätze. Aber Halmstad hat mit Sporting Lissabon bereits den Vorjahresfinalisten ausgeschaltet und Spitzenreiter Bukarest in der Liga noch kein Spiel verloren.“

Herthas Trainer Falko Götz ist „sehr zufrieden“ mit den Gegnern, das Ergebnis der Auslosung sei „ein schöner Querschnitt durch den europäischen Fußball“. Bei der Auslosung, bei der Hertha zu den acht gesetzten Klubs aus dem ersten Topf gehörte, waren unter den insgesamt 40 Mannschaften nur wenige international unbekannte. Nach Meinung von Dieter Hoeneß hat die im vergangenen Jahr eingeführte Gruppenphase den zuvor vor sich hin dümpelnden Uefa-Cup wieder aufgewertet. „Außerdem trifft man dadurch schon früh auf attraktive Gegner“, sagt Hoeneß.

Die anderen Gruppenfavoriten sind wie Hertha gut in die Saison gestartet. Sampdoria Genua liegt in der italienischen Serie A auf dem vierten Platz. In Frankreich ist Lens, der Meister von 1998 und Vize von 2002, derzeit Achter, hat allerdings ein Spiel weniger als die anderen Mannschaften bestritten, weil die Partie in Ajaccio am Wochenende ausgefallen ist. Es wird nicht leicht für die Berliner, in dieser Gruppe weiterzukommen. Aber wenn das so wäre, wäre der „neue“ Uefa-Cup auch nicht so attraktiv.

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