Sport : Keine Popularität um jeden Preis - die Alba-Familie löst ihre Probleme intern

diw

Alba Berlin hat ein Spielmacher-Problem. Seitdem sich der Deutsche Basketball-Meister 1997 von Sascha Obradovic trennte, gibt es Jahr für Jahr einen neuen Nachfolger. Zuerst kam der Russe Karassew, der seinen Zweijahres-Vertrag nicht erfüllen mochte, danach der Amerikaner Garris. Ihm sollte sein Landsmann Thompson folgen, der verletzte sich aber schwer, deshalb kam King. Nun kam der erste Rauswurf in der Vereinsgeschichte. Nie zuvor musste ein Spieler Alba verlassen, bevor sein Vertrag ausgelaufen war. Es lag nicht an seiner sportlichen Leistung, da erfüllte der neue Mann die Erwartungen weitgehend. Seine Einstellung und sein Auftreten passten jedoch nicht. Frankie King hat den Bogen überspannt. Der Verein, der erst 1991 gegründet wurde, bemüht sich, Stil zu zeigen und erwartet dasselbe von seinen Angestellten.

Geradezu einmalig für einen Profiverein ist etwas anderes, obwohl es dazu passt. Von den Problemen mit King, die es seit längerem gab, von Krisengesprächen, Abmahnungen und Geldstrafen, drang nichts an die Öffentlichkeit. Es gibt keine undichten Stellen, nicht in der Mannschaft, unter den Trainern, nicht im Präsidium oder in der Geschäftsstelle. Die Alba-Familie löst ihre Probleme intern. Man kann den Standpunkt vertreten, dieses Verhalten des Vereins sei falsch. Oder zumindest unprofessionell. Der FC Bayern München steht als Paradebeispiel dafür, dass man mit Nachrichten egal welcher Art ständig Gesprächsthema und dadurch natürlich auch populärer als andere ist. Das ist genau der Weg, den Alba Berlin um keinen Preis gehen will. Der Verein mag ein Spielmacher-Problem haben, ein Image-Problem hat er nicht.

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