• Keiner wagt zu sagen, was gesagt wurde und Ribbeck erklärt die Angelegenheit für beendet

Sport : Keiner wagt zu sagen, was gesagt wurde und Ribbeck erklärt die Angelegenheit für beendet

Sebastian Arlt

Ob es nun eine Aussprache unter Männern war oder nur eine Ansprache von Teamchef Erich Ribbeck, lässt sich nicht abschließend klären. Die Begleiterscheinungen beim Fußball-Länderspiel gegen die Niederlande vor ein paar Wochen sollten jedenfalls aufgearbeitet werden. Ein Anonymus aus der Mannschaft, auch "Maulwurf" genannt, hatte Interna - vor allem aus der Kabine während der Pause - an die Öffentlichkeit gebracht. Doch nun haben alle Beteiligten ein Schweigegelübde abgelegt. Kein Wort von dem soll nach außen dringen, was sich Ribbeck und die deutschen Fußball-Nationalspieler am Dienstagvormittag zu sagen hatten. Wenn die Spieler überhaupt etwas gesagt haben, selbst darüber wollte niemand Auskunft geben. Da war der Hinweis von DFB-Mediendirektor Wolfgang Niersbach für die Presse schon hilfreich, dass man sich im Mannschaftshotel im Saal "Dubrovnik" getroffen hat - und alles zwischen 30 und 45 Minuten gedauert hat. 20 Minuten im Raum "Split" wären sicherlich auch gut gewesen. Doch jetzt ist das Thema angeblich erledigt. Ribbeck: "Ich denke, alle haben verstanden." Oliver Bierhoff, der Kapitän, sagte: "Die Truppe ist intakt."

Es wird nach vorne geschaut. "Wenn wir hier bestehen, haben wir auch gute Chancen, bei der EM zu bestehen", sagte Ribbeck vor dem Testländerspiel heute Abend (19 Uhr/live im ZDF) gegen Kroatien in Zagreb. Er sei selbst "gespannt, was passiert". Bewusst habe man sich einen so schweren Gegner wie Kroatien ausgesucht, meinte der Teamchef. Dabei sei ihm klar, "dass die Gefahr besteht, dass man mehr Prügel als Lob kassiert". Gegenüber dem schlechten Spiel gegen die Niederlande wird es etliche Veränderungen geben, nicht nur verletzungsbedingt. Im Mittelfeld soll nun ein Duo versuchen, etwas mehr Kreativität und Spielfreude zu entfachen: Dariusz Wosz (Hertha BSC) und Michael Ballack (Bayer Leverkusen). "Ich hoffe, dass wir die Stürmer mit tödlichen Pässen freispielen können", meinte Wosz. Nur einmal waren die beiden von Beginn an gemeinsam im DFB-Team dabei: beim denkwürdigen 0:4 gegen Brasilien im Rahmen des Konföderationen-Cups am 24. Juli 1999 in Mexiko.

Ein Indiz dafür, dass die deutsche Mannschaft an Zugkraft verloren hat, ist der Zuschauerzuspruch. Im Maksimir-Stadion, das 38 000 Plätze hat, erwartet der kroatische Verband gerade einmal 25 000 Fans. Nur bei Ribbeck scheint die neue Zeit noch nicht angekommen zu sein. Er sprach mit Blick auf die Kroaten, immerhin WM-Dritter, davon, "dass es der Kleinere dem Größeren immer gern zeigen will". Auf die Spielstärke kann er das ja wohl nicht bezogen haben.

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