• Kenias Weltklasseathlet Elijah Lagat galt früher als zu dick - morgen ist er auf dem Kurfürstendamm zu sehen

Sport : Kenias Weltklasseathlet Elijah Lagat galt früher als zu dick - morgen ist er auf dem Kurfürstendamm zu sehen

Jörg Wenig

Im Ziel der City-Nacht werden morgen Abend auf dem Kurfürstendamm sogenannte "Laufbrote" verkauft. Ein Teil des Erlöses aus diesen 500 Broten, die besonders für Ausdauersportler als Nahrung geeignet sein sollen, fließt einem guten Zweck zu. Elijah Lagat ist freilich auch ohne das "Laufbrot" schnell genug, um zu den Favoriten zu gehören. Der Kenianer will im Kampf gegen die beiden deutschen Läufer Stéphane Franke (SCC) und Carsten Eich (Leipzig) seinen zweiten Sieg auf dem Kurfürstendamm feiern. Vor knapp zwei Jahren gewann Elijah Lagat mit zwei Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Erick Kimaiyo den Berlin-Marathon. Dabei stellte er mit der Weltklassezeit von 2:07:41 Stunden eine Jahresweltbestzeit auf.

Ungewöhnlich war der Weg von Elijah Lagat zum Weltklasseläufer. Denn er selbst wäre wohl nie auf die Idee gekommen, mit dem Sport zu beginnen. Doch mit Mitte zwanzig wog Lagat 72 Kilogramm und galt damit bereits als zu dick - in Kenia sind die Verhältnisse anders. Der Doktor ordnete das Jogging an, und innerhalb weniger Monate nahm Elijah Lagat 15 Kilogramm ab. 1993 lief er seinen ersten Marathon in 2:17:14 Stunden, zwei Jahre später kam er zur Trainingsgruppe des Italieners Gabriele Rosa, der eine Reihe von Weltklasseläufern betreut. Seitdem ist Norditalien für Elijah Lagat zu einer zweiten Heimat geworden. Während der Saison lebt und trainiert der 33-Jährige in der Nähe von Brescia. Von dort reist er zu den Wettkämpfen, so auch heute nach Berlin. Unter Gabriele Rosa wurde Elijah Lagat zum Weltklasseathleten. 1994 lief er dabei mit 27:53 Minuten über 10 km seine bisher beste Zeit über diese Distanz. Nachdem sich sein Trainer Rosa und der Manager Gianni de Madonna jedoch getrennt haben, blieb Lagat bei de Madonna. Er gehört aber weiterhin zum Laufteam seines Ausrüsters Fila und profitiert dadurch von sehr guten Rahmenbedingungen. Größtenteils trainiert sich Elijah Lagat nun allerdings selber. Das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen: Beim Paris-Marathon belegte er im April Rang fünf in guten 2:08:50 Stunden. Im Herbst will er beim New-York-Marathon an den Start gehen. Die 10-km-City-Nacht auf dem Kurfürstendamm ist da bereits ein willkommener Test für Lagat, der zwar kein "Laufbrot" zu sich nimmt, wohl aber auf eine den sportlichen Bedürfnissen angepasste Ernährung achtet. Eines der Hauptgerichte der kenianischen Läufer soll sich unter anderem aus Mais, Nudeln und Kartoffeln zusammensetzen. Diese Mixtur gibt es auf dem Kurfürstendamm morgen Abend aber nicht zu kaufen.

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